Unfall Zugsog erfasst Kinderwagen - Baby unverletzt
Roskilde - Als der Luftdruck eines mit rund 100 Kilometern pro Stunde vorbeipreschenden Güterzuges ein vier Monate altes Baby erfasste und aus dem Kinderwagen riss, schien der Tod des Kindes gewiss.
Doch das Baby hatte einen Schutzengel. Der Säugling landet nicht auf den Schienen, sondern auf dem Bahnsteig - und trug keine ernsthaften Verletzungen davon, lediglich einige Schrammen wurden festgestellt. Der Kinderwagen flog dagegen 25 Meter weit. Einzelteile des Buggys entdeckten Bahnmitarbeiter sogar in 500 Meter Entfernung.
Einen ähnlichen Vorfall hatte es bereits in Deutschland gegeben. Vor etwa sieben Jahren hatte ein 33-Jähriger sein zehn Wochen altes Kind im Buggy auf dem Bahnsteig abgestellt, um kurz im Gebüsch auszutreten. Ein vorbeifahrender Güterzug riss den Kinderwagen 40 Meter weit mit, das Baby fiel heraus und starb.
Eine Gruppe von Wissenschaftlern der Deutschen Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt untersuchte daraufhin mit Messgeräten die von Zügen verursachten Luftströmungen. Allerdings fuhren die Güterzüge bei diesem Test wesentlich langsamer als normal.
1999 wurde das Ermittlungsverfahren gegen Verantwortliche der Deutschen Bahn AG schließlich eingestellt, da sich der genaue Ablauf des Unfalles nicht mehr rekonstruieren ließ. Auch das Verfahren gegen den Vater stellte die Staatsanwaltschaft damals ein - "im Zweifel zu Gunsten des Angeklagten".