Ungarn: Regierung will EU-Hilfe gegen "tickende Zeitbomben" - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Ungarn Regierung will EU-Hilfe gegen "tickende Zeitbomben"

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Budapest - Nach der Verseuchung des Flusses Theiß hat der ungarische Außenminister Janos Martonyi die EU um Hilfe gebeten. In einem Brief informierte Martonyi EU-Kommissar Günter Verheugen (SPD) über die Folgen der Umweltkatastrophe, berichteten mehrere Tageszeitungen in Budapest am Dienstag. Bei der Behebung der Schäden hoffe Ungarn auf Hilfe aus Brüssel, schrieb der Außenminister.

Nachdem die vor rund zwei Wochen ausgelaufene Zyanidlauge inzwischen in Jugoslawien angelangt ist, konzentrierten sich ungarische Experten auf die ebenfalls in die Theiß ausgelaufenen Schwermetalle. Diese werden - anders als Zyanid - nicht so leicht mit den Wassermassen weggeschwemmt und können auf ungarischem Gebiet unabsehbare Langzeitschäden verursachen.

"Jetzt ist offensichtlich, dass wir es mit einer ökologischen Katastrophe zu tun haben", erklärte der Leiter des ungarischen Naturschutzamtes, Janos Tardy, am Dienstag gegenüber der Tageszeitung "Magyar Hirlap". In den Theiß-Schlamm sedimentierte Schwermetalle wie Blei, Zink und Kupfer verhielten sich wie "tickende Zeitbomben".