Ungelogen Naddel hat gelogen
Frankfurt am Main - Die 38-Jährige Ex-Lebensgefährtin von Dieter Bohlen musste unter Eid vor dem Frankfurter Landgericht zugegeben, dass die Wahrheit ein wenig anders war, als in ihrem Buch (Titel: "Ungelogen") zu lesen ist. "Ich wollte das alles verkürzen, ich fand das auch nicht so wichtig", sagte die Jungautorin über eine Passage, in der es um ihr zerrüttetes Verhältnis zu ihrem früheren Manager Graf Gerd Bernadotte geht. Anders als im Buch dargestellt, hat es nie einen Auftritt in einem Oldenburger Autohaus gegeben. Sie hatte den Termin vorher abgesagt. Allerdings blieb sie dabei: Bernadotte habe ihr den Vorschuss für den Auftritt verheimlicht und in die eigene Tasche gesteckt. Während sie im Buch allerdings von 8000 Euro schrieb, musste sie nun einräumen, dass es sich in Wahrheit um D-Mark gehandelt hatte.
Der wegen Betrugs einschlägig vorbestrafte Graf Bernadotte, der gegen das Buch (Herbig-Verlag) eine einstweilige Verfügung erreichen will, erschien nicht vor Gericht - aus gesundheitlichen Gründen, sagte sein Anwalt. Der anwesende Gerichtsvollzieher hatte noch einen guten Grund parat: Bei Erscheinen wäre Bernadotte in Erzwingungshaft für einen Offenbarungseid genommen worden.
Die Pressekammer des Landgerichts hatte zunächst einen Vergleich zwischen den streitenden Parteien angeregt, der aber nicht zu Stande kam. Am Nachmittag fiel dann die Entscheidung: Das Landgericht erließ eine einstweilige Verfügung gegen den Verlag. In Abd El Farrags Buch darf künftig nicht weiter behauptet werden, dass Bernadotte Honorarvorschüsse unterschlagen habe. Wie die Halb-Sudanesin die Entscheidung der Richter aufnahm, wurde nicht bekannt. Ihr ehemaliger Lebensgefährte Dieter Bohlen, gegen dessen Buch "Hinter den Kulissen" gleich mehrere einstweilige Verfügungen erwirkt worden waren, hatte das als "tolle Werbung" abgetan. Sein Buch schoss auf den Bestsellerlisten an die Spitze.