Unsterblicher Kitsch - DER SPIEGEL
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FILM Unsterblicher Kitsch

• aus DER SPIEGEL 45/1998
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Mit acht Jahren hatte der Cineast ein prägendes Kinoerlebnis: In den »Wiener Lichtspielen«, Berlin-Kreuzberg, betrachtete er fasziniert die ozeanische Musikrevue »Freddy, die Gitarre und das Meer«, und die Liebe zum deutschen Schlagerfilm war dem Berliner Autor Manfred Hobsch, 47, seitdem nicht mehr auszutreiben. Hunderte dieser Musikwerke hat er in Kino und Fernsehen konsumiert. Romanzen mit Marika Rökk und Zarah Leander, Gesangspossen wie »Bonjour, Kathrin« mit Caterina Valente. Und es hat den Trivial-Freak bisweilen geschmerzt, daß dies verfilmte Liedgut meist als »verlogen und albern« verflucht wurde. Nun bringt er das verfemte Genre in Erinnerung: Im illustrierten Lexikon »Liebe, Tanz und 1000 Schlagerfilme« (Schwarzkopf & Schwarzkopf; 240 Seiten; 49,80 Mark) hat Hobsch das deutsche Musikfilm-OEuvre von den dreißiger Jahren bis in die Gegenwart aufgelistet und dokumentiert, daß der Horror nach Noten unsterblich ist. Neuestes Lebenszeichen: Für 1999 plant der Schmerbauch-Caruso Guildo Horn ein musikalisches Lichtspiel mit dem haarigen (Arbeits-)Titel »Waschen, schneiden, legen«.

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