Unterversorgung: Uno fürchtet um das Leben der Kinder - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Unterversorgung Uno fürchtet um das Leben der Kinder

Die schreckliche Flut haben sie überlebt, doch in Sicherheit sind sie längst noch nicht. In den Katastrophengebieten in Südostasien sterben nach Angaben der Uno immer mehr Kinder, weil es an der Hygiene mangelt. Trotz der weltweiten Hilfsaktionen fehlt es mehr als 1,8 Millionen Menschen immer noch an Wasser, Nahrung und Medikamenten.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Banda Aceh - Es gebe bereits erste Anzeichen für eine erhöhte Todesrate unter Kindern, berichtete der Uno-Beauftragte für humanitäre Einsätze, Jan Egeland. So hätten wegen der mangelnden Hygiene Durchfallerkrankungen zugenommen. Man müsse ein paar Millionen Menschen mit sauberem Trinkwasser und sanitären Anlagen versorgen, sagte Egeland. Dies sei ein Wettlauf gegen die Uhr.

Fotostrecke

Katastropheneinsatz: Die schwierige Arbeit der Helfer

Foto: DPA

Von der Naturkatastrophe am schlimmsten betroffen ist die Westküste der indonesischen Insel Sumatra. Dieses Gebiet sei trotz der allgemeinen Fortschritte bei der Katastrophenhilfe in Asien noch immer von jeder Unterstützung abgeschnitten, sagte Egeland. Er wisse nicht einmal, ob dort Zehntausende oder Hunderttausende von Überlebenden ausharrten und wie viele Menschen ums Leben gekommen seien. Möglicherweise würden in dem Gebiet noch Zehntausende von Toten gefunden werden. Es sei mittlerweile klar, dass die Westküste der indonesischen Insel noch stärker überschwemmt worden sei als die Stadt Banda Aceh im Norden von Sumatra. Viele Dörfer dort seien spurlos verschwunden.

Ein Mitarbeiter des Uno-Hochkommissars für Flüchtlinge (UNHCR) gelangte unterdessen im Osten Sri Lankas zu einem Dorf, das seit der Flutkatastrophe vom 26. Dezember total von der Außenwelt abgeschnitten ist. Die 4000 Menschen in dem Ort Kayathrikira nahe der Stadt Ampara hätten keine Behausung mehr, kein sauberes Trinkwasser und keine geregelte Versorgung mit Nahrungsmitteln. Heute soll dort mit der Versorgung der Bewohner begonnen werden, von denen rund 1500 Kinder sind.

Die offizielle Zahl der Toten in den elf von der Flutwelle betroffenen Ländern nähert sich inzwischen der Marke von 150.000 an. Die Zahl dürfte sich aber noch weiter erhöhen.

Uno-Generalsekretär Kofi Annan warnte unterdessen, es sei zu befürchten, dass nicht alle internationalen Hilfszusagen erfüllt würden. Auch wenn zahlreiche Regierungen insgesamt bereits über zwei Milliarden Dollar versprachen, werde die tatsächliche Summe vermutlich geringer ausfallen, sagte Annan in einer Pressekonferenz. Das zeige die Erfahrung.

Mehr lesen über