Untot: Kolumbianer kommt zur eigenen Beerdigung - DER SPIEGEL
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Untot Kolumbianer kommt zur eigenen Beerdigung

Als er nach Tagen auf hoher See nach Hause zurückkam, stellte Fischer José Reyes Córdoba erstaunt fest, dass mit seiner Familie niemand mehr gerechnet hatte. Die Familie hatte sich bereits um den Sarg des Kolumbianers versammelt.
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Bogota - Die Geschichte erinnert an Mark Twain, der einmal auf Zeitungsbericht mit den Worten reagiert haben soll, die Nachrichten über seinen Tod seien stark übertrieben: Der 68-jährige Córdoba war im Pazifik vor der Küste der Provinz Chocó in Seenot geraten und erst nach fünf Tagen von einem anderen Fischerboot gerettet worden, als seine Familie bereits alle Hoffnung aufgegeben und die Totenwache begonnen hatte.

Zwei Frauen und zwölf seiner 17 Kinder weinten im Heimatdorf am leeren Sarg, als der Totgeglaubte nach Hause zurückkehrte, berichtete die Zeitung "El Tiempo". "Als ich die Totenwache sah, musste ich weinen", zitierte ihn die Zeitung.

Er sei mit seinem Boot in ein Unwetter geraten und habe die Orientierung verloren, berichtete Córdoba. Erschwerend sei hinzugekommen, dass er wegen seiner Kurzsichtigkeit die Küste nicht habe erkennen können. Er habe so viel Salzwasser getrunken, dass ihm ganz schlecht geworden sei, und ein Hai habe versucht, sein Boot umzukippen. Einmal sei er so verzweifelt gewesen, dass er sich mit einer Machete die Kehle durchschneiden wollte, sagte der Fischer.

Dann aber habe er zur Jungfrau Carmen gebetet, und die habe ihm den richtigen Weg zu dem rettenden Fischerboot gewiesen.

dab/dpa