Unwetter: Blitz-Inferno entfacht Feuerwalzen - DER SPIEGEL
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Unwetter Blitz-Inferno entfacht Feuerwalzen

Schwere Gewitter mit 1500 Blitzen haben innerhalb von 24 Stunden 218 neue Brände in den trockenen Wäldern der kanadischen Provinz British-Columbia verursacht. Feuerwehrleute, Soldaten und freiwillige Helfer kämpfen jetzt bereits an mehr als 1000 Fronten gegen die vernichtenden Feuerwalzen.
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Vancouver - Rund um die Rocky-Mountains-Stadt Kamloops stieg die Zahl der Brände auf 428, berichtete die Zeitung "Globe and Mail". Für die Nacht sagten Meteorologen weitere Gewitter und heftige Windböen für den am schlimmsten betroffenen Süden von British-Columbia voraus.

Derweil gelang es der Feuerwehr, einige Brände in der benachbarten Provinz Alberta unter Kontrolle zu bringen. Dadurch konnten etwa 1000 Bewohner des historischen Bergwerkortes Hillcrest am Crowsnest Pass (Krähennest-Pass) im Südwesten Albertas wieder zurück nach Hause. Die Flammen hatten sich ihrem Ort am Samstag bis auf 500 Meter genähert und die Evakuierung erzwungen. Hoffnung gibt es inzwischen auch für die ebenfalls 1000 Einwohner des benachbarten Blairmore, die zurzeit noch in Notunterkünften verharren. Das "veränderte Verhalten" des Feuers erlaube den Feuerwehrleuten, aggressiver vorzugehen, schrieb die Zeitung.

Die Bewohner mehrerer kleiner Berggemeinden im Umkreis von Stadt Kamloops in British-Columbia müssen sich nach Einschätzung von Feuerexperten möglicherweise noch Wochen in Geduld üben. Sie wurden am vergangenen Freitag evakuiert, als sich die Feuerwalze ihren Häusern mit einer Geschwindigkeit von fünf und mehr Kilometern genähert hatte.

Der Ministerpräsident von British-Columbia, Gordon Campbell, erklärte nach einer Besichtigung des am schlimmsten betroffenen Ortes Louis Creek, 50 Kilometer nördlich von Kamloops, das Feuer habe "kein Leben in dem Gebiet zurückgelassen". Die Szenerie sei "verheerend", sagte Campbell in der Nachrichtensendung Newsworld des Fernsehsenders CBC. Die Häuser von Louis Creek seien "praktisch alle vernichtet". Man könne sich das gewaltige Ausmaß dieser Brände nicht vorstellen, wenn man es nicht mit eigenen Augen gesehen habe, sagte Campbell weiter.