Unwetter Drei Bauarbeiter von Blitz erschlagen
Berlin/Mainz - Die Bauarbeiter suchten am Sonntag unter einem Bagger Schutz vor dem Gewitter, als der Blitz einschlug. Da die drei direkten Kontakt mit dem Fahrzeug hatten, wurden sie tödlich verletzt. Ein vierter Mann überlebte mit schweren Verwundungen. Die Arbeiter hielten sich in einem Windpark in Werbig im Kreis Teltow-Fläming, Brandenburg, auf, als der Unfall geschah.
Der 40-jährige Überlebende konnte mit seinem Mobiltelefon die Rettungskräfte alarmieren und wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Einer der Getöteten war 48 Jahre alt, ein anderer 43. Identität und Alter des dritten Opfers waren zunächst unklar. Laut Polizei arbeiteten die Männer für eine sächsische Baufirma an den Windanlagen.
In weiten Teilen Deutschlands waren die Feuerwehren seit Samstagabend nach Gewittern mit Starkregen, Hagel und Sturmböen im Einsatz - in den meisten Fällen wegen umgestürzter Bäume, die zum Teil auf Autos stürzten, abgedeckter Dächer, herabfallender Äste, umherfliegender Bauteile und Wasserschäden wie voll gelaufener Keller. Im Westen Deutschlands fiel in der Nacht zu Sonntag gebietsweise Regen von bis zu 30 Litern in der Stunde pro Quadratmeter. Die Sturmböen erreichten eine Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern.
In Baden-Württemberg waren vor allem der Raum Mannheim und Heidelberg betroffen. In Nordrhein-Westfalen konzentrierte sich das Unwettergeschehen auf Köln. In Rheinland-Pfalz zog die heftige Gewitterfront von Westen kommend über Eifel, Hunsrück, Rheintal und Westerwald hinweg. Dabei wurden zahlreiche Bäume entwurzelt und stürzten teilweise auf die Straße. Während des starken Gewitterregens kam es auf der Bundesstraße 256 zu einem Unfall, bei dem zwei Personen schwer und eine leicht verletzt wurde, wie das Polizeipräsidium in Koblenz mitteilte.
Im Berliner Stadtteil Wilmersdorf stürzte das Dach eines Wohngebäudes ein. Verletzt wurde niemand. Die Polizei ließ rechtzeitig die Fanmeile am Brandenburger Tor zum DFB-Pokalfinale VfB Stuttgart-1.FC Nürnberg räumen. Dort hatten sich im Laufe des Tages über 100.000 Menschen versammelt.
Wegen umgestürzter Bäume mussten in Teilen Deutschlands Eisenbahnstrecken vorübergehend gesperrt werden. Die Schäden seien in den meisten Fällen jedoch schnell wieder behoben worden, sagte ein Bahnsprecher. In Rheinland-Pfalz fielen zwischen Mainz und Worms sowie bei Neuwied Bäume auf die Oberleitungen. In Berlin war der S- Bahn-Verkehr betroffen. Umgestürzte Bäume hatten Gleise blockiert, an einigen Böschungen rutschte die Erde weg.
Auch auf der Insel Rügen wurde der Bahnverkehr für fast drei Stunden lahm gelegt. Eine Landstraße wurde für das gesamte Pfingstwochenende gesperrt, nachdem Wassermassen Erde auf die Straße gespült hatten. Im Großraum Trier wurden bei einem Unwetter mit Sturm und taubeneigroßen Hagelkörnern Dächer abgedeckt und ein Brand entfacht. Rund 13.000 Thüringer saßen wegen Stromausfällen infolge heftiger Gewitter mehr als eine Stunde lang im Dunkeln. Bei Rheine wurde die Autobahn A 30 vom Regen überschwemmt.
jjc/ddp/dpa/AP