Unwetter Monstersturm "Jeanne" bedroht Florida
Miami - Innerhalb der nächsten 24 Stunden kann "Jeanne" sich vom Tropensturm zum Hurrikan mausern, warnte das Nationale Hurrikan-Zentrum in Miami. Die Meteorologen gaben eine Warnung an die Bevölkerung heraus. Der Sturm wird die nördlichen Bahamas den Vorhersagen zufolge am Samstag erreichen und am Sonntag an der Ostküste Floridas erwartet. Experten rechnen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 160 Kilometern pro Stunde.
Die Bewohner des US-Bundesstaats Florida sind noch immer dabei, die Hinterlassenschaften der Hurrikane "Charley", "Frances" und "Ivan" zu beseitigen, die in den letzten fünf Wochen über Florida hereinbrachen und dort 85 Menschen in den Tod rissen. Die Stürme richteten einen Schaden von mehreren Milliarden Dollar an.
"Es sieht unglücklicherweise danach aus, als würde es wieder Florida treffen", sagte Miamis Bürgermeister Alex Penelas. Bislang wurde seine Stadt weitgehend von "Jeannes" Vorgängern verschont, doch allein auf sein Glück will der Politiker sich nicht verlassen. "Ich weiß, dass wir diesen Stress jetzt zum vierten Mal durchmachen. Ich weiß, wir sind irgendwie geschafft", sagte Penelas. Dennoch richtete er einen eindringlichen Appell an die Bewohner, diesen Sturm genauso ernst zu nehmen wie die vorigen.
Auf Haiti hat "Jeanne" schlimme Verwüstungen angerichtet. Hunderte Menschen wurden unter Schlammlawinen begraben oder von den Wassermassen fortgerissen. Am schlimmsten betroffen ist Gonaives im Nordwesten. Bislang wurden mehr als 1100 Leichen geborgen, über 1250 Menschen gelten noch als vermisst. Rund 300.000 Menschen wurden obdachlos. Der heftige Regen am Wochenende hatte besonders verheerende Auswirkungen, weil in Haiti 98 Prozent der Wälder abgeholzt sind.