Unwetter Rettungskräfte befürchten bis zu 2000 Tote
Porte-au-Prince - Die Opfer der Unwetterkatastrophe wurden erst jetzt entdeckt, da die Region im Südosten Haitis schwer zugänglich ist. Mit dem grausigen Fund steigt die Zahl der Getöteten allein in Haiti auf insgesamt 1660. Erste Hilfslieferungen wurden von US-amerikanischen und kanadischen Soldaten in die betroffenen Gebiete gebracht. Schlamm und Erdrutsche haben jedoch zahlreiche Straßen unpassierbar gemacht und viele Ortschaften von der Versorgung abgeschnitten.
In der Dominikanischen Republik, die wie Haiti auf der Insel Hispaniola liegt, kamen laut Behörden 300 Menschen ums Leben. Viele Menschen wurden von den rasant steigenden Wassermassen im Schlaf überrascht. Die Regierung hat die Gegend um die Grenzstadt Jimani inzwischen zum Katastrophengebiet erklärt. Dort sind Tausende Menschen obdachlos geworden, die Strom- und Wasserversorgung war vielerorts unterbrochen.
Präsident Hipolito Mejia rief den heutigen Tag zum nationalen Trauertag aus. Die Europäische Union will für beide Länder ein Hilfspaket in Höhe von rund zwei Millionen Euro bereitstellen.
Die Unwetter sind die seit Jahrzehnten schwerste Naturkatastrophe auf der Karibikinsel. Im November 1994 hatte der Tropensturm "Gordon" in Haiti mehr als 500 Menschenleben gefordert.