Unwetter Sturmtief "Ulli" macht viel Wind
St. Peter-Ording: Windgeschwindigkeiten von bis zu 112 Kilometer pro Stunde gemessen
Foto: Wolfgang Runge/ dpaBerlin - Viel Wind, wenig Schaden: Sturmtief "Ulli" hat Polizei und Feuerwehr in der Nacht zu Mittwoch viele Einsätze beschert. Am stärksten betroffen war der Norden Deutschlands. Im Rest der Republik blieb es hingegen verhältnismäßig ruhig, wie die Polizeidienststellen mitteilten. "Es hat zwar gestürmt, aber alles halb so wild", sagte ein Sprecher der Polizei Gera. Lediglich im Harz in Sachsen-Anhalt wehte "Ulli" noch etwas kräftiger.
Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes DWD wurden an der Nordseeküste auf der Insel Helgoland und in St. Peter-Ording Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 112 Kilometer pro Stunde gemessen. Im Binnenland war es mit Windgeschwindigkeiten bis Tempo 104 nur unwesentlich ruhiger, sagte Meteorologe Robert Hausen.
Im niedersächsischen Voltlage wurde ein 19-Jähriger mit seinem Auto von einer Windböe erfasst und seitlich gegen einen Baum geschleudert, teilte die Polizei Bersenbrück mit. Der junge Mann kam ins Krankenhaus, am Wagen entstand ein Totalschaden. In Baden-Württemberg prallte ein Autofahrer mit seinem Wagen gegen eine Tanne, die quer auf der Straße lag. Der Mann wurde schwer verletzt.
In den Harzregionen Sachsen-Anhalts hatten die Beamten dank "Ulli" mehr zu tun. "Die Bäume fallen ohne Ende", sagte ein Feuerwehrsprecher in Halberstadt. Einige Straßen seien immer noch gesperrt, sagte ein Sprecher der Polizei Magdeburg. Auf der Bundesstraße zwischen Wernigerode und Ilsenburg sei ein Lkw-Anhänger umgestürzt, im Salzlandkreis fiel der Strom wegen eines defekten Kabels aus. Verletzte habe es aber auch hier nicht gegeben.
Regionalzug in NRW evakuiert
Die Hamburger Feuerwehr verzeichnete 36 Einsätze, zumeist weil umgeknickte Bäume entfernt werden mussten. Die Feuerwehr in Bremen musste mit 25 Männern anrücken, um eine 20 Meter hohe entwurzelte Tanne zu entfernen. Sie war auf ein Hausdach gestürzt. Drei weitere Bäume stürzten auf Autos. In Burgdorf bei Hannover knickte heftiger Wind nach Polizeiangaben den Flügel einer Windkraftanlage ab.
Im nordrhein-westfälischen Ennepetal mussten am Dienstagabend rund 290 Menschen aus einem Regionalzug befreit worden, nachdem ein umgestürzter Baum das Gleis versperrt und eine Weiterfahrt unmöglich gemacht hatte. Auf der Autobahn 61 bei Alzey in Rheinland-Pfalz wurde ein Lkw-Anhänger umgeweht. Der unbeladene Anhänger wurde laut Polizei von einer Sturmböe erfasst und vom Lastwagen abgerissen, wie ein Polizeisprecher sagte. Der Lastwagen fuhr den Angaben zufolge rund 150 Meter weiter in eine Leitplanke. Menschen wurden nicht verletzt. Die Autobahn war während der Bergungsarbeiten für drei Stunden gesperrt.
Der Deutsche Wetterdienst warnte am frühen Mittwochmorgen weiterhin vor Sturmböen und Gewittern an den deutschen Küsten.