Urteil: Dutroux-Opfer bekommen Schadenersatz - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Urteil Dutroux-Opfer bekommen Schadenersatz

Die beiden jungen Frauen, die vor acht Jahren lebend aus dem Kellerverlies des Mädchenmörders Marc Dutroux befreit wurden, bekommen Schadenersatz für ihre Qualen. Der Richter sprach auch den Eltern der getöteten Kinder Geld zu. Ob Dutroux, seine Ex-Frau und ein Komplize zahlen können, ist aber zweifelhaft.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Arlon - Sabine Dardenne, die Dutroux rund 80 Tage lang in einem winzigen Verlies gefangen hielt und immer wieder vergewaltigte, bekam vom Schwurgericht in Arlon eine halbe Million Euro zugesprochen. Laetitia Delhez, die knapp eine Woche entführt war, soll 300.000 Euro bekommen.

Jeweils 100.000 Euro sind für die Eltern der vier umgebrachten Mädchen gedacht. Die Eltern der damals zwölfjährigen Sabine und der zwei Jahre älteren Laetitia sollen je 50.000 Euro erhalten. Kleinere Summen sprach der Vorsitzende Richter Stéphane Goux den Großeltern und Geschwistern der Opfer zu. Mit der Entscheidung zu den Ansprüchen der Nebenkläger ist der Prozess nach 63 Verhandlungstagen abgeschlossen.

Die Summe müssen Marc Dutroux, seine Ex-Frau Michelle Martin und der Komplize Michel Lelièvre aufbringen. Sie waren vorgestern wegen der Entführung und Freiheitsberaubung der sechs Mädchen zu hohen Haftstrafen verurteilt worden, Dutroux auch wegen Mordes an zwei der Entführten. Obwohl Dutroux das Haus gehört, in dem die Gräueltaten begangen wurden, ist zweifelhaft, ob die drei die volle Summe zahlen können. Ist das nicht der Fall, würde ein Opferhilfefonds einspringen. Aus dem Fonds bekämen die Opfer bis zu 62.000 Euro pro Person.

Mehr lesen über