Urteil Frankfurter muss Abstand zu Serena Williams halten
New York - Der Student Albrecht S. aus Frankfurt am Main gab zu, der US-amerikanischen Tennisspielerin Serena Williams um die ganze Welt gefolgt zu sein. Nun soll er zurück nach Deutschland geschickt werden.
Der Frankfurter Banker-Sohn war am vergangenen Samstag im National Tennis Center festgenommen worden, als er die 20-Jährige durch einen Zaun hindurch beim Aufwärmen beobachtete. Ein Polizist hatte ihn anhand eines Fotos erkannt, das vom Management des Tennisprofis verteilt worden war.
Der deutsche "Stalker" (to stalk = nachstellen, verfolgen) war wegen seiner Leidenschaft bereits mehrmals in Konflikt mit den Ordnungshütern geraten. Anfang Juli wurde er während des Grand Slam-Turniers in Wimbledon festgenommen, weil er mit dem Fahrrad in eine Polizeiabsperrung gefahren war. Einen Monat zuvor war der Frankfurter Student, der noch bei seinen Eltern wohnt, am Rande eines Turniers in Rom aufgegriffen und des Landes verwiesen worden. Schon zu Beginn des Jahres soll Albrecht S. im amerikanischen Arizona in einer Hotellobby nach Williams verlangt und sich anschließend nackt ausgezogen haben.
Vor einem Gericht im New Yorker Stadtteil Queens stimmte der Deutsche nun den Auflagen zu, unter denen ihn die Richterin auf freien Fuß setzte. Er muss sich in Frankfurt einer psychiatrischen Behandlung unterziehen und darf der Tennisspielerin und ihrer Familie nicht mehr zu nahe kommen. Außerdem, so berichtet die "BBC", sei Albrecht S. damit einverstanden, sich keinem Turnier der WTA oder des amerikanischen Tennisverbandes mehr als 1000 Meter zu nähern.
Sein Anwalt erklärte, in der Vorstellungswelt seines Mandanten habe es sich um eine Romanze gehandelt. Albrecht S. wolle sich für die Unannehmlichkeiten und Angst, die er Serena und ihrer Familie bereitet habe, entschuldigen.
Am Sonntag hatte der Vater der beiden Tennis-Schwestern, Richard Williams, wüste Drohungen gegen den deutschen Verehrer seiner Tochter ausgestoßen. Gegenüber einer New Yorker Zeitung hatte er erklärt, kein Polizist könne ihn davon abhalten, Albrecht S. zu töten, wenn dieser seiner Tochter etwas antun würde.
Das Phänomen "Stalking" ist vor allem in den USA weit verbreitet. In der Vergangenheit gingen zahlreiche Hollywood-Stars wie Meg Ryan, Nicole Kidman oder Brad Pitt rechtlich gegen die aufdringlichen Verehrer vor. Meist verhängen die Gerichte Auflagen, die den "Stalkern" bestimmte Mindestabstände zu den prominenten Personen vorschreiben. Manchmal kommt es allerdings auch zu Haftstrafen, wie im Fall des Australiers Dubravko Rajcevic, der die Schweizer Tennisspielerin Martina Hingis wiederholt belästigt hatte und zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt wurde.