Urteil Lebenslang für Doppelmord an Ehepaar Adolph
Dresden - Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der 35-Jährige Roland Adolph und seine Ehefrau vor vier Jahren im Moritzburger Forst mit mehreren Schüssen getötet hatte. Der Verteidiger zeigte sich von dem Urteil "schockiert" und kündigte an, in Revision zu gehen.
Der Angeklagte war im April 2000 durch eine DNS-Analyse überführt worden. Damit war nachgewiesen worden, dass ein am Tatort gefundener Zigarettenstummel von ihm stammte. Nach seiner Festnahme gestand er die Tat, später widerrief er seine Aussagen und verwickelte sich in Widersprüche. Er räumte lediglich ein, die Waffe beschafft zu haben und Zeuge der Tat gewesen zu sein. Als Täter hatte er in verschiedenen Versionen zwei Männer aus dem Dresdner Drogenmilieu beschuldigt.
Das Ehepaar Adolph war im Februar 1997 Zeuge von Schießübungen in seinem Pachtwald geworden. Es kam zu einem Wortgefecht mit dem Angeklagten, kurz darauf fielen Schüsse. Roland Adolph wurde durch je zwei Schüsse in Kopf und Unterleib getötet, seine Frau durch zwei Schüsse in den Kopf.
Der Richter räumte ein, dass die Beweislage lückenhaft war: "Die Frage, wer den Finger am Abzug hatte, kann nicht beantwortet werden." Das wisse nur der Täter. Dieser blieb während der Urteilsverkündung reglos. Die Kammer sah das ursprüngliche Geständnis aber als glaubhaft an. "Es war nicht Ausdruck einer momentanen Depression", sagte der Richter. Der Angeklagte habe mehreren Personen gestanden und dabei geweint und Reue gezeigt.
Der Tathergang lasse sich nicht minutiös rekonstruieren, sei aber mit den Aussagen des Verurteilten in Einklang zu bringen. Eine besondere Schuldschwere liege nicht vor. "Bei aller Schrecklichkeit der Tat ist sie einem Augenblicksversagen entsprungen", sagte der Richter. Der Angeklagte habe in einem Sekundenbruchteil eine Entscheidung getroffen, die zwei Menschen das Leben gekostet und seines ruiniert habe.