US-Behörde ersetzt 500 von Hund gefressene Dollar - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Tier macht Sachen US-Behörde ersetzt von Hund gefressenes Geld

Golden Retriever Sundance: Scheck im Maul
Golden Retriever Sundance: Scheck im Maul

Golden Retriever Sundance: Scheck im Maul

Foto: REUTERS/ Independant Record
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

"Der Hund hat meine Hausaufgaben gefressen" - diesen Spruch kennt man vielleicht noch aus der Schulzeit. "Der Hund hat mein Geld gefressen", ist da schon ungewöhnlicher. Wayne Klinkel aus dem US-Bundesstaat Montana kann davon berichten. Er hat einen Scheck über 500 Dollar bekommen. Als Ersatz für Geld, das sein Hund Sundance verschlungen hatte.

Klinkel arbeitet als Grafiker für die Zeitung "Independent Record" in Helena im US-Bundesstaat Montana. Im Dezember war mit seiner Frau in einem Restaurant. Golden Retriever Sundance musste derweil im Auto warten. Dort vertrieb er sich die Zeit damit, fünf 100-Dollar-Scheine zu zerkauen. "Er ist dafür bekannt, Papier zu essen", sagte Klinkel über seinen Hund. "Ich wusste sofort, was geschehen war."

Es fällt schwer, Sundance böse zu sein. Vor zwölf Jahren holte Klinkel ihn aus dem Tierheim, bei einer Operation verlor der Hund das linke Auge.

Als das Unglück geschehen war, blieb Klinkel hoffnungsvoll. Er wusste, dass Sundance Papier nie vollständig verdaute. Also sammelte das Herrchen die Ausscheidungen des Hundes gewissenhaft in Tüten. Mit Sieb und Wasserschlauch trennte er erst die Geldscheinüberbleibsel vom restlichen Darminhalt. Dann begann er, die Papierfetzen zusammenzusetzen. Eine Scheißarbeit, wenn man so will.

Als Klinkel die fünf Scheine schließlich mehr oder weniger wieder hergestellt hatte, ging er damit zur Bank. Dort wurde er an die Mutilated Currency Division verwiesen, eine Abteilung des US-Finanzministeriums, die sich um zerhackte Zahlungsmittel kümmert. Mit einem notariell beglaubigten Brief schickte Klinkel die Scheine ein. "Es gab keine Garantie, dass ich irgendwas zurückbekommen würde", sagt er.

Es dauerte Monate, bis er eine Antwort bekam - aber die fiel erfreulich aus. In der Post fand sich nun ein Scheck über 500 Dollar. "Ich habe den Brief geöffnet und gedacht: 'Heilige Scheiße'", sagte Klinkel. Er habe Sundance einen Klaps gegeben, ihm den Scheck gezeigt und gesagt, dass er ihn nicht fressen dürfe. "Am Ende kommt eben alles raus", kalauerte Klinkel. "Es war toll, den Scheck zu erhalten - nach all dem Mist, den ich durchmachen musste."

Ob es besonders schlau war, das wertvolle Papier Sundance für ein Erinnerungsfoto ins Maul zu stecken, sei dahingestellt. In jedem Fall hat Klinkel aus der Sache gelernt. Er schließt sein Geld nun im Handschuhfach ein, wenn er mit Sundance Auto fährt.

ulz/Reuters