US-Bergwerkkatastrophe Keine Lebenszeichen von den Kumpels
Washington - Die Suchtrupps begannen anschließend, mit einem zweiten Bohrer an einer anderen Stelle zu bohren. Am Freitagabend (Ortszeit) konnte die abgebrochene Bohrerspitze schließlich geborgen werden. Doch von den Verschütteten gibt es seit rund 36 Stunden kein neues Lebenszeichen
Der erste Bohrer war in 30 Metern Tiefe auf eine harte Felsschicht gestoßen und abgebrochen. Deshalb wurde der zweite Bohrer einige Meter entfernt angesetzt. Die verschütteten Bergleute, die in einem vermutlich mit eisigem Wasser gefüllten Schacht feststeckten, befinden sich in 80 Meter Tiefe.
Der Gouverneur von Pennsylvania, Mark Schweiker, zeigte sich am Freitag trotz des Rückschlags hoffnungsvoll. So seien die Versuche erfolgreich, das eingelaufene Wasser aus der Mine in der Ortschaft Somerset zu pumpen. Pro Minute könnten etwa 30 Zentimeter Wasser abgepumpt werden. Unterstützung erhielten die Bergungsteams am Freitag auch durch Spezialisten der US-Marine, die neun Druckkammern mitbrachten. Ein Marinesprecher sagte, die Verschütteten seien einem Druck ausgesetzt als befänden sie sich 12 Meter unter Wasser.
Von den neun Kumpeln gibt es seit Donnerstagmittag keine vernehmbaren Klopfzeichen mehr. Ein Sprecher der Bergungsteams erklärte dazu, dies müsse nicht unbedingt das Schlimmste bedeuten. Die Pumpen und die Bohrer seien so laut, dass sie jedes Klopfen überdeckten.
Die Bergleute hatten am Mittwochabend versehentlich einen älteren und mit Wasser gefüllten Stollen angebohrt. Die Wassermassen brachten den Stollen, in dem die Männer arbeiteten, zum Einsturz. Vermutlich sind die neun Männer in einem ein mal vier Meter großen Loch eingeschlossen. In dem Loch herrschen Temperaturen von etwa 12 Grad Celsius.