US-Großstädte: Mehr Morde nach Terroranschlägen - DER SPIEGEL
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US-Großstädte Mehr Morde nach Terroranschlägen

Jahrelang konnten die US-amerikanischen Städte zurückgehende Verbrechenszahlen vermelden. Das hat jetzt offenbar ein Ende, die Statistiken für 2001 zeigen nach oben. Besonders nach dem 11. September hat in einigen Großstädten die Zahl der Tötungsdelikte erschreckend zugenommen.
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Chicago - Einen traurigen Rekord hält dabei Chicago. Die drittgrößte Stadt Amerikas hat 652 Ermordete zu verzeichnen, das sind 27 mehr als in dem nach Einwohnern dreimal so großen New York (ohne die 2940 Opfer des Terroranschlags). Insgesamt stieg die Zahl in Chicago um fünf Prozent im Vergleich zu 2000, in Boston sogar um 61 Prozent auf 65 Morde im letzten Jahr.

Während in Washington die Zahl der Morde im gesamten Jahr zurück ging, stieg sie in der Zeit nach dem 11. September. In Amerikas Hauptstadt gab es 25 Ermordete mehr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, die Opfer der Anschläge nicht mitgezählt. Und auch in den Städten des Distriktes gingen die Zahlen nach oben.

Gründe sind unklar

Endgültig erklären können die Strafverfolger diese Zahlen nicht - weder den Anstieg in Städten wie Chicago und Boston, noch den Anstieg nach den Anschlägen. Manche machen die Terrorbekämpfung nach dem 11. September verantwortlich. Die Polizei sei deswegen von der Straßenkriminalität abgelenkt gewesen, Kriminelle hätten das ausgenutzt.

Andere glauben, dass die steigenden Arbeitslosenzahlen und die schlechtere wirtschaftliche Lage des Landes der Grund ist. Manche Wissenschaftler wiederum sehen in den steigenden Verbrechenszahlen eine natürliche Kehrtwende: Demnach hätten die Zahlen einfach nicht endlos sinken können.