US-Justiz Freigang für Reagan-Attentäter
Washington - Richter Paul Friedman entschied am Mittwoch, dass John Hinckley Jr. künftig allein seine Eltern besuchen dürfe. Der 48-Jährige, der seit 1982 in einer Klinik nahe Washington untergebracht ist, dürfe Tagesausflüge mit seiner Familie unternehmen. Wenn diese ohne Probleme verliefen, könne Hinckley auch über Nacht bei seinen Eltern bleiben.
Reagans Ehefrau Nancy kritisierte die Entscheidung des Richters. Sie fürchte, Hinckley stelle noch immer eine Gefahr für die Öffentlichkeit dar, erklärte sie in einer Stellungnahme.
Hinckley hatte Reagan, dessen Pressesprecher sowie zwei Sicherheitsbeamte bei dem Attentat schwer verletzt. Während seines Verfahrens war er für nicht schuldfähig erklärt worden.
John Warnock Hinckley hatte sich von Martin Scorseses "Taxi Driver" (1976) inspirieren lassen: In dem Streifen droht der frustrierte Filmheld seiner Angebeteten, der Kind-Nutte Iris (gespielt von Jody Foster), er werde den Präsidenten umbringen, wenn sie ihn nicht liebe.
"Ich tue es für Dich", hatte Hinckley in einem nicht abgesandten Brief an Hauptdarstellerin Foster geschrieben, die - im ersten Semester an der Yale University - schon mehrere Briefe vom unbekannten Verehrer Hinckley erhalten hatte.