US-Justiz Mörder eines Abtreibungsarztes hingerichtet
Starke - Hill hatte im Juli 1994 den Arzt John Britton und dessen Leibwächter an einer Abtreibungsklinik in Pensacola (Florida) erschossen. Er habe das Leben ungeborener Babys retten wollen, hatte Hill damals erklärt.
Auch in einem Interview vom Vortag seiner Hinrichtung zeigte Hill keine Reue. "Ich erwarte eine große Belohnung im Himmel", sagte er. "Je eher ich hingerichtet werde, desto eher komme ich in den Himmel. Ich empfinde kein Bedauern. Mehr Menschen sollten so handeln wie ich." Er hätte sich selbst nicht mehr im Spiegel anschauen könne, wenn er Britton nicht hingerichtet hätte.
Kritiker der Todesstrafe warnten vor der Vollstreckung, da Hill dadurch zum Märtyrer für gewaltbereite Abtreibungsgegner werden könne. Man sei besorgt, dass Anhänger des Todeskandidaten dessen Aufruf zur Gewalt folgen könnten, erklärte die Organisation Alternativen zur Todesstrafe in Florida.
Die Sicherheitsvorkehrungen an Abtreibungskliniken in Florida waren in den vergangenen Tagen erhöht worden. Vor dem Staatsgefängnis in Starke wurde Bereitschaftspolizei eingesetzt, um Ausschreitungen zu verhindern. Dennoch trafen sich dort Demonstranten, um gegen die Hinrichtiung zu protestieren.
In der vergangenen Woche hatten mehrere Politiker in Florida, darunter Gouverneur Jeb Bush, Drohbriefe von Anhängern Hills erhalten. Bush erklärte, er werde sich nicht einschüchtern lassen. "Ich werde meine tiefen Überzeugungen, die ich (in Bezug auf die Todesstrafe) habe, nicht ändern, weil andere gegensätzliche tiefe Überzeugungen haben", sagte Bush.
Hill ist der 57. Mensch, der seit Wiedereinführung der Todesstrafe in Florida im Jahr 1979 hingerichtet wurde.