US-Nationalpark Yellowstone: Grizzly tötet Wanderer - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

US-Nationalpark Yellowstone Grizzly tötet Wanderer

Er wollte offenbar seine Jungen verteidigen und ging deshalb auf einen Wanderer los: Ein Grizzlybär hat im Yellowstone-Nationalpark in den USA einen Mann getötet. Es ist der erste derartige Todesfall in dem Park seit 25 Jahren.
Grizzly mit Jungtier im Yellowstone-Park (Archivfoto): Angriff gegen Wanderer
Grizzly mit Jungtier im Yellowstone-Park (Archivfoto): Angriff gegen Wanderer

Grizzly mit Jungtier im Yellowstone-Park (Archivfoto): Angriff gegen Wanderer

Foto: JIM URQUHART/ REUTERS
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Cheyenne - Im amerikanischen Yellowstone-Nationalpark ist ein Wanderer von einem Grizzlybär getötet worden. Der Mann und seine Ehefrau hätten offenbar eine Bärin und ihre Jungen überrascht, teilten Mitarbeiter der Parkverwaltung mit. Offenbar habe die Bärin versucht, die Jungtiere gegen die vermeintliche Bedrohung zu verteidigen. Es war der erste Todesfall durch einen Bären in dem Nationalpark im US-Bundesstaat Wyoming seit 1986.

Der Angriff ereignete sich am Mittwochmorgen (Ortszeit) auf dem Wapiti-Lake-Wanderweg in einer entlegenen Gegend des Parks, in der Nähe von Canyon Village. Die Parkverwaltung erklärte, die Ehefrau des 57-jährigen Opfers habe mit dem Handy die Rettungskräfte alarmiert. Die Bärin griff auch sie an, die Frau blieb jedoch unverletzt.

Nach Angaben eines Parksprechers sah das Paar auf seiner Wanderung den Bären zweimal. Beim ersten Mal seien der Mann und die Frau weitergegangen. Beim zweiten Treffen sei der Bär dann auf das Paar zugerannt. Der Mann habe seiner Frau gesagt, sie solle wegrennen. Die Frau sagte, sie habe nicht gesehen, wie der Bär ihren Mann angegriffen habe. Als der Bär dann auf die Frau losging, warf sie sich zu Boden. Das Tier hob sie an ihrem Rucksack hoch und ließ sie dann fallen. Die Frau kam mit Kratzern und Prellungen davon.

Die Parkverwaltung räumte das Gebiet am Mittwoch. Bis auf weiteres wurden die Wanderwege und Campingplätze in dem entlegenen Gebiet gesperrt. Zudem gab die Parkverwaltung Sicherheitshinweise heraus. Man solle auf vorgegebenen Wegen bleiben, mindestens in Dreiergruppen wandern und immer wachsam sein. Spezielle Sprays seien ein wirksamer Schutz gegen aggressive Tiere.

Im Yellowstone-Park und umliegenden Gebieten leben mindestens 600 Grizzlybären. Angriffe der Tiere sind nach Angaben der Parkverwaltung extrem selten. Im ganzen Jahr 2010 sei kein Mensch durch einen Bären verletzt worden.

Früher waren Begegnungen mit Bären in dem Park die Ausnahme. Nun sind die Tiere häufiger an den Straßen, die durch den Park führen, zu sehen. Zu mehr Begegnungen von Bären und Menschen tragen auch die steigenden Besucherzahlen bei: Im vergangenen besuchten 3,6 Millionen Menschen den Park, 2009 waren es 3,3 Millionen.

ulz/dapd/dpa