US-Ostküste: Erdbeben beschädigt Washington Monument - DER SPIEGEL
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Erdbeben an US-Ostküste: Riss im Obelisken, Bruch an der Kathedrale

Foto: CHIP SOMODEVILLA/ AFP

US-Ostküste Erdbeben beschädigt Washington Monument

Die Menschen an der US-Ostküste sind mit dem Schrecken davongekommen: Da stärkste Erdbeben seit vielen Jahren in der Region hat nur geringe Schäden verursacht. Allerdings wurde ein nationales Monument in Washington lädiert. Alle Atomkraftwerke der Region sollen nun überprüft werden.
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Washington - Es jagte den Menschen an der US-Ostküste einen großen Schrecken ein, hinterließ aber offenbar keine größeren Schäden: Das stärkste Erdbeben seit vielen Jahren an der US-Ostküste ist glimpflich verlaufen. So gab es lediglich vereinzelte Berichte von zerstörten Schornsteinen, herabgestürzten Dachpfannen und aus Häuserwänden herausgebrochenen Ziegelsteinen, vor allem im Bundesstaat Virginia. Nach Medienberichten ging zudem in zahlreichen Wohnungen Geschirr zu Bruch. Laut Regierungsangaben wurden nur wenige Menschen verletzt, Berichte über Todesopfer gab es nicht. Das Beben hat selbst Experten überrascht.

Die Erdstöße der Stärke 5,8  haben allerdings ein nationales Denkmal beschädigt: Am oberen Teil des knapp 170 Meter hohen Washington Monuments sei ein Riss entdeckt worden, teilte der National Park Service am Dienstagabend mit. Der Marmor-Obelisk werde bis auf weiteres aus Sicherheitsgründen geschlossen, sagte ein Sprecher.

Nach dem Beben wurden alle Atomkraftwerke in der Region verschärften Kontrollen unterzogen. Zwölf Anlagen in sechs US-Staaten meldeten nach dem Beben vom Dienstag "ungewöhnliche Ereignisse", wie die Bundesbehörden mitteilten. Zwei Reaktoren des Atomkraftwerks North Anna in Virginia schalteten sich automatisch ab. Vier Dieselgeneratoren übernahmen nach Angaben der Atomaufsichtsbehörde die Notstromversorgung. Schäden an der Anlage wurden nicht festgestellt.

Erdbeben hat Folgen für Strauss-Kahn

Auch für den ehemaligen Chef des Internationalen Währungsfonds, Dominique Strauss-Kahn, hatte das Beben Konsequenzen: Er erhielt nach der Einstellung des Strafverfahrens gegen ihn seinen Reisepass zunächst noch nicht von den New Yorker Behörden zurück. Der 62-Jährige wird seine Papiere für eine mögliche Rückkehr nach Frankreich nun voraussichtlich am Mittwoch bekommen.

Das Beben hatte am Dienstag weite Teile der US-Ostküste erschüttert. In Washington wurden Teile des Weißen Hauses, des Pentagons und des Kapitols evakuiert sowie Sehenswürdigkeiten und Museen geschlossen. Zeitweite lagen der Zugverkehr und das Handynetz lahm.

Das letzte Beben dieser Stärke an der Ostküste der Vereinigten Staaten hatte sich 1944 in New York ereignet. Der heftigste Erdstoß in der Region hatte 1886 eine Stärke von 7,3 und erschütterte South Carolina.

ulz/dpa/dapd