Lil Wayne: Rap-Star mit Hang zum Verbotenen
US-Rapper Lil Wayne Willkommen im größten Knast der Welt
New York - Lil Wayne hat sich mal als den besten Rapper der Welt bezeichnet. Daran wird künftig keiner mehr zweifeln: Denn seine Welt wird bald recht klein sein. Am Donnerstag hat der US-Musiker, 27, gestanden, eine geladene halbautomatische Pistole Kaliber 40 in seinem Tourbus dabei gehabt zu haben.
Deshalb muss er voraussichtlich für ein Jahr ins Gefängnis. Die Entscheidung solle im Februar verkündet werden, sagte Richter Charles H. Solomon der "New York Times". Solange bleibt der vierfache Vater gegen eine Kaution von 30.000 US-Dollar auf freiem Fuß.
Die Waffe war 2007 gefunden worden. Wayne hatte zunächst bestritten, der Besitzer zu sein, doch mit Hilfe einer DNA-Analyse konnte ihm die Pistole zugeordnet werden.
Mit dem nun abgelegten Geständnis wendete Lil Wayne, der mit bürgerlichem Namen Dwayne Michael Carter heißt, einen Prozess ab, wie aus Justizkreisen verlautete. Bei einer Verhandlung hätten bis zu dreieinhalb Jahre Haft gedroht.
Der größte Knast der Welt
Der Rapper einigte sich mit der Staatsanwaltschaft auf ein Jahr hinter schwedischen Gardinen, das er im größten Knast der Welt, Rikers Island, verbringen soll. Bis zu 15.000 Straftäter sitzen hier ein, und irgendwie passt das zu Lil Wayne und seinen Ansprüchen: Hauptsache, der Größte sein.
So wie bei den Grammy-Verleihungen in diesem Jahr: Da war er mit vier Preisen ausgezeichnet worden, unter anderem für das beste Rap-Album.
Im März kommenden Jahres muss sich Wayne erneut vor Gericht verantworten - diesmal im Bundesstaat Arizona wegen Drogen- und Waffenbesitzes. Der Musiker bezeichnete sich als unschuldig.
Lil Wayne wuchs in ärmlichen Verhältnissen in New Orleans auf und hatte schon als Kind freien Zugang zu Waffen. Als Junge schoss er sich beim Spielen mit der Pistole seines Stiefvaters in die Brust, monatelang kämpfte er ums Überleben. Der Stiefvater kam für ein halbes Jahr ins Gefängnis. Nach seiner Freilassung wurde er von Unbekannten erschossen.