US-Waldbrände: Nur ein Wunder kann Show Low retten - DER SPIEGEL
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US-Waldbrände Nur ein Wunder kann Show Low retten

Im US-Wüstenstaat Arizona drohen Flammen, die zum Teil bis zu 100 Meter in den Himmel flackern, eine ganze Stadt zu verschlingen. Tausende Bewohner sind auf der Flucht vor der Feuerbrunst. Doch einige Einwohner wollen ihre Häuser nicht verlassen.
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Phoenix - Über Show Low steht eine riesige Qualmwolke, Asche regnet nieder. "Der Brand ist völlig außer Kontrolle", beschreibt der für den Feuerwehreinsatz zuständige Sprecher der Waldbehörde, Jim Paxon, die Situation. Eindringlich forderten die Einsatzkräfte daher die Einwohner von Show Low bereits am Samstag auf, ihre Häuser zu verlassen. Die 8000-Seelen-Gemeinde liegt direkt auf dem Kurs eines gigantischen Feuers, das sich seit knapp einer Woche durch den Bundesstaat Arizona frisst. Die Situation in der Region wird immer bedrohlicher, nachdem sich am Sonntagabend zwei Waldbrände zu einer etwa 80 Kilometer langen Front vereinigt haben.

Rund 25.000 Menschen sind bereits aus mehreren Ortschaften der gefährdeten Gegend gut 200 Kilometer nordöstlich von Phoenix geflohen. Auch die meisten Einwohner Show Lows folgten den Anweisungen, laut Medienberichten gleicht die Ortschaft inzwischen einer Geisterstadt. Dutzende Bewohner widersetzten sich jedoch den Evakuierungs-Aufrufen. Im Gymnasium des Ortes befindet sich auch die Einsatzzentrale der Feuerwehr und ein Medienzentrum.

Der Sprecher der Waldbehörde schloss nicht aus, dass der Brand den ganzen Ort in Flammen setzen könnte. Doch den Reportern vor Ort machte er Mut: Sie befänden sich in einer sicheren Zone. Da das Gebäude von einer asphaltierten Straße und einem breiten Grasgürtel umgeben sei, könne das Feuer nicht auf das Schulhaus übergreifen.

"Wenn die Flammen kommen, werden wir in das Gebäude gehen. Dort gibt es frische Luft. Von dort aus können wir das Feuer vorbeiziehen sehen. Sollte das passieren, werdet ihr euren Kindern noch davon erzählen," sagte Paxon.

Brandexperten hatten bereits für den Sonntagnachmittag erwartet, dass Show Low in Flammen aufgehen werde. Doch am Sonntagabend (Ortszeit) waren bislang nur kleinere Brandherde im Westen der Ortschaft gesichtet worden. Nach einem Bericht der "Arizona Republic" stand die große Flammenfront am Abend zwei Meilen von Show Low entfernt. Es gebe allerdings keine Zweifel, dass die Stadt getroffen werde, wird der Einsatzleiter der Feuerwehr, Larry Humphrey, in dem Blatt zitiert.

In der Region wurden bislang mindestens 185 Häuser Opfer der Flammen. Allein am Sonntag vernichtet das Feuer mehr als 100.000 Hektar Land. Das ist mehr als die Fläche Berlins.

Nach Angaben des Nachrichtensenders CNN wird durch die Feuer täglich ein Schaden von rund einer Million Dollar angerichtet.