Steigende Temperaturen Amerikaner atmen nach Extremkälte auf
Spaziergänger am Lake Michigan: Die Kälte wird langsam erträglicher
Foto: Darren Hauck / AFPNew York - Nach den frostigsten Tagen seit zwei Jahrzehnten tauen die USA langsam wieder auf. Zwar erwachten Millionen Menschen am Mittwoch erneut bei Außentemperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt, doch der Wetterdienst prognostizierte eine rasche Erwärmung. Die Meteorologen sagten für die nächsten Tage warme Luft aus der Karibik voraus. Vor allem im Süden des Landes wird Regen erwartet - samt Blitzeis auf noch gefrorenen Böden. Mit bis zu 20 Grad werden in manchen Gegenden geradezu frühlingshafte Temperaturen erwartet.
In der Hauptstadt Washington zeigte das Thermometer am Mittag minus vier Grad Celsius an, in New York wurden minus acht Grad gemessen. Die Menschen in Chicago bibberten weiter bei minus zwölf Grad - im Vergleich zu den minus 24 Grad des Vortags war dies aber viel erträglicher.
Alle US-Bundesstaaten mit Ausnahme von Hawaii hatten am Dienstag Minustemperaturen erreicht - also auch die sonnenverwöhnten Staaten Florida und Kalifornien. In mindestens 49 US-Städten wurde ein Kälterekord für einen 7. Januar aufgestellt. Der frostigste Ort der USA war Embarrass im Bundesstaat Minnesota mit minus 37 Grad Celsius. Die gefühlten Temperaturen lagen wegen eisiger Winde noch weit darunter.
Polizei rettet Truckfahrer aus meterhohem Schnee
In Kanada sah es nicht besser aus: In Montreal, Toronto und Ottawa froren sogar die kälteerprobten Kanadier angesichts des ungewöhnlich heftigen Temperatursturzes, zu dem Stromausfälle hinzukamen.
Aus meterhohem Schnee rettete die Polizei den 70 Jahre alten Fahrer eines eingeschneiten Pick-up-Trucks. Der Mann aus Ontario sei bei extremer Kälte fast einen Tag lang in seinem Fahrzeug eingesperrt gewesen, berichtete die Zeitung "Windsor Star". Einzig ein Teil des Rücklichts sei unter den fast zwei Meter hohen Schneeverwehungen noch zu sehen gewesen. Laut Wetteraufzeichnungen war die Temperatur in der Region im Südwesten Kanadas am Dienstag auf minus 23 Grad gefallen.
Verantwortlich für die Rekordkälte war ein riesiger Luftwirbel, der über dem Nordpol seine Kreise zieht. Normalerweise blockt ein Strom warmer Luftmassen diese "Polar Vortex" ab, unter bestimmten meteorologischen Bedingungen kann die Polarluft aber tief nach Süden vordringen. Durch den Superfrost kamen in den USA Medienberichten zufolge mindestens 16 Menschen ums Leben, die meisten starben bei Verkehrsunfällen.