USA BTK-Verdächtiger gesteht sechs Morde
Kansas - Wie AP unter Berufung auf einen anonymen Informanten meldet, hat der tatverdächtige Dennis L. Rader den Ermittlern am Tag seiner Verhaftung sechs Morde gestanden. Die Fahnder seien sich jedoch sicher, dass der 59-Jährige für insgesamt mindestens zehn Morde zwischen 1974 und 1991 verantwortlich ist. Er soll seine meist weiblichen Opfer unter dem Pseudonym BTK ("Bind, Torture, Kill" zu deutsch: "Fesseln, Foltern, Töten) brutal umgebracht haben. Darüberhinaus wird untersucht, ob drei weitere Todesopfer auf das Konto des mutmaßlichen Serienmörders gehen. Die zuständige Staatsanwältin dementierte den AP-Bericht.
Bislang waren die Ermittler davon ausgegangen, dass gegen BTK in keinem Fall ein Todesurteil verhängt werden könnte: Alle zehn Morde waren begangen worden, als der US-Bundesstaat Kansas gerade die Todesstrafe ausgesetzt hatte. Das könnte sich jedoch ändern, wenn Rader auch die drei weiteren Morde nachgewiesen werden könnten: Nach Angaben der AP-Quelle fand mindestens eine dieser Taten zu einer Zeit statt, als die Todesstrafe in Kraft war.
In der Heimatgemeinde Raders herrschte nach dem Bekanntwerden seiner Festnahme Erstaunen: "Das hätte ich in einer Millionen Jahre nicht gedacht", sagte ein weibliches Mitglied der Lutherischen Kirchengemeinde, in der Rader laut "Washington Post" seit 25 Jahren unter anderem als Präsident des Kirchenrates aktiv war. Der verheiratete Mann und Vater zweier Kinder arbeitete zuletzt als Regierungsangestellter.
Rader soll nach Angaben des Blattes am Freitagmittag während einer Verkehrskontrolle festgenommen worden sein. Nach Informationen der lokalen Fernsehstation KAKE-TV soll die älteste Tochter des mutmaßlichen Täters der Polizei den entscheidenden Tipp gegeben haben. Eine freiwillig abgegebene Blutprobe der 26-Jährigen solle zudem weitgehend mit der des Mörders übereinstimmen.
Rader soll morgen dem Richter vorgeführt werden, der über die Höhe der Kaution entscheiden soll. Zur Zeit beträgt die Summe für den 59-jährigen zehn Millionen Dollar.
Zum Verhängnis wurde dem Mann wohl auch sein ausgeprägtes Geltungs- und Mitteilungsbedürfnis. So habe Rader den Mord an einer nur sechs Türen weiter lebenden Nachbarin sogar selbst der Polizei gemeldet, schreibt die "Washington Post". In einem Brief, den er dann an Medien schickte, stellte er die Frage: "Wie viele Menschen muss ich umbringen, bevor ich meinen Namen in die Zeitung oder einige nationale Aufmerksamkeit bekomme?"
Nach fast 25-jährigem Schweigen hatte der mutmaßliche Mörder dann im vergangenen Jahr wieder Botschaften an Medien und die Polizei verschickt - darunter auch einen Brief mit dem Führerschein einer 1986 getöteten 28-Jährigen. Zur Zeit der Mordserie in den siebziger Jahren hatte BTK wiederholt mit Medien und der Polizei in der Region korrespondiert. Seit 1979 ließ der Mörder dann nichts mehr von sich hören - bis zum März vergangenen Jahres, als plötzlich wieder BTK-Briefe auftauchten.