USA: Bush setzt SARS auf die Seuchenliste - DER SPIEGEL
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USA Bush setzt SARS auf die Seuchenliste

Mit drastischen Maßnahmen will US-Präsident George W. Bush verhindern, dass sich SARS in den USA ausbreitet. Am Freitag unterschrieb er einen Erlass, der es den Behörden erlaubt, Personen zwangsweise isolieren, bei denen ein Verdacht auf Ansteckung mit der asiatischen Lungenentzündung besteht.
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New York - Mit der Anordnung des Präsidenten wurde SARS einer Gruppe von ansteckenden Krankheiten wie Gelbfieber, Cholera und Tuberkulose zugeordnet, bei deren Auftreten die Behörden eine Quarantäne verhängen und sie notfalls mit Hilfe der Polizei durchsetzen können. Es ist das erste Mal seit fast 20 Jahren, dass eine Krankheit dieser Liste hinzugefügt wurde. Derzeit bestehe jedoch keine Absicht, von der Möglichkeit einer Zwangsquarantäne Gebrauch zu machen, hieß es beim US-Zentrum für Seuchenkontrolle CDC.

In den USA geht man nach jüngsten Angaben von 115 SARS-Fällen in 27 Bundesstaaten aus. Bislang ist kein Infizierter gestorben. Im Nachbarland Kanada stieg die Zahl der Verdachtsfälle auf Freitag 178. Dort sind bereits sieben Menschen an der Krankheit gestorben. Weltweit hat die Weltgesundheitsorganisation WHO bis zum Freitagabend 2322 Fälle und 81 Tote registriert.

Bis ein Impfstoff gegen SARS produktionsreif sei werde es im günstigsten Fall noch mindestens ein Jahr dauern, erklärte NIH-Direktor Anthony Fauci. Die Forschungen seines Instituts beruhten auf der Annahme, dass es sich bei dem SARS-Erreger um ein bislang noch weitgehend unbekanntes Virus aus der Familie der Coronarviren handele. Zu dieser Erkenntnis waren zuvor Virologen des US-Zentrums für Seuchenkontrolle (CDC) gekommen.