USA Der Rohrbomber soll ein Kunststudent sein
Reno - In mehreren amerikanischen Bundesstaaten waren seit Freitag immer wieder neue Rohrbomben gelegt worden. Nach Angaben der Polizei fügte der Täter den aus 15 Zentimeter dicken Rohrstücken gefertigten und mit Neun-Volt-Batterie-Zündern versehenen Sprengsätzen Briefe mit regierungsfeindlichem Inhalt bei. Sie waren unterzeichnet mit "Einer, der sich sorgt".
Mehrere der Rohrbomben explodierten. Dabei wurden vier Briefträger und zwei Empfänger der "Sendungen" verletzt. Die Rohrbomben-Serie hatte bei vielen US-Bürgern schlimme Erinnerungen an die Zeit der Anthrax-Briefe nach den Terroranschlägen in New York und Washington vom 11. September wach werden lassen.
Für die Festnahme des Studenten Luke John Helder, rund 50 Meilen nordöstlich der Stadt Reno in Nevada, sei der Tipp eines aufmerksamen Autofahrers entscheidend gewesen, dem das Auto des Studenten aufgefallen war. Der Student habe bei der Festnahme durch ein Großaufgebot von Bundes- und Autobahn- sowie von örtlichen Polizisten keinen Widerstand geleistet.
Die ersten Bomben waren in Illinois und im Osten von Iowa gefunden worden. Außerdem war der Täter offensichtlich auch nach Nebraska und in die Berge von Colorado gereist. Der 18. Sprengsatz tauchte am Montag in Amarillo im Bundesstaat Texas auf. Der Täter bevorzugte offenbar frei vor Häusern in zumeist ländlichen Regionen stehende Briefkästen für seine vom FBI als "Inlandsterrorismus" bezeichnete Aktion.
Helder stand nach FBI-Angaben an der Spitze der Fahndungsliste. Er gilt nach Aussagen von Professoren und Kommilitonen als fleißig, brav und begabt. Er sei nicht vorbestraft und pflege eine enge Familienbindung. Sein eigentlicher Studienschwerpunkt sei Industriedesign.
Der Vater des Studenten hatte nach dem USA-weiten Fahndungsaufruf im Fernsehen an den Sohn appelliert, er möge niemandem etwas tun und sich ergeben. Dem Sender CNN sagte der Vater, sein Sohn sei "nicht gefährlich". Luke versuche wohl nur, eine Aussage darüber zu machen, wie die Regierung in Washington derzeit geführt werde.