USA Flammeninfernos und Springfluten
Boise/Vancouver - Hohe Temperaturen und auffrischender Wind haben am Wochenende in elf US-Bundesstaaten die Bekämpfung der schlimmsten Wald- und Buschbrände seit 50 Jahren erschwert. Am Sonntag brannten 69 Großfeuer auf einem Gebiet von etwa 4000 Quadratkilometern in den westlichen Bundesstaaten. In der westkanadischen Provinz Britisch-Kolumbien wurde vorsorglich Großalarm für die Feuerwehren gegeben. Eine Gewitterfront hat über 100, meist kleinere Feuer entzündet.
Bedrohlich ist die Lage weiter in Montana. Der Leiter des Amtes für Katastrophenschutz in den USA, James Lee Witt, informierte sich dort am Samstag persönlich über das Ausmaß der Brände und versprach unbürokratische Bundeshilfe. Auf einer Versammlung im Bitterroot Valley, einem Brand-Zentrum in Montana, erhoben Bewohner den schweren Vorwurf, dass ihre Häuser in Dickson Creek von Gegenfeuern der Löschmannschaften vernichtet worden seien. 1800 Studenten, die in Montana als Mitglieder der Nationalgarde oder als Freiwillige an vorderster Front gegen die Flammen kämpfen, müssen sich erst drei Wochen nach dem offiziellen Semesterbeginn am 5. September in den Hochschulen melden.
Angesichts der Lage wurden die Löschmannschaften weiter verstärkt. In Montana nahm ein Armee-Bataillon mit 500 Soldaten am Sonntag die Arbeit auf. Im amerikanischen Westen beteiligen sich 1500 Soldaten und ebenso viele Angehörige der Nationalgarden an der Bekämpfung der Feuersbrünste. Helfer sind auch aus Kanada, Mexiko, Australien und Neuseeland eingetroffen.
Im Ostküstenstaat New Jersey gab es dagegen schwere Überschwemmungen nach einem Sturm. Am Samstag gingen innerhalb weniger Stunden bis zu 30 Zentimeter Regen pro Quadratmeter nieder. Menschen wurden von Springfluten in ihren Häusern und Autos eingeschlossen. Zwei Brücken brachen zusammen. Zahlreiche Gebäude wurden evakuiert. Mindestens 10.000 Bewohner waren noch am Sonntag ohne Strom. Im Gebiet um die Stadt Sparta im Südosten des Staates wurde Katastrophenalarm gegeben. Überflutungsgefahr herrschte auch in Teilen von fünf weiteren Staaten im US-Osten.