USA: Friedlich mit den Zehn Geboten - DER SPIEGEL
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USA Friedlich mit den Zehn Geboten

Auslöser war das Blutbad von Littleton. Das Repräsentantenhaus suchte nach Maßnahmen zur Eindämmung der Jugendgewalt. Ihre Lösung: In den Schulen sollen die Zehn Gebote aufgehängt werden, um damit an die Moral der Schüler zu appellieren.
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Washington - Mit dem Aushang der Zehn Gebote in Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden soll in den USA die Jugendgewalt gestoppt werden. Ein entsprechendes Gesetz verabschiedete das Repräsentantenhaus am Donnerstag mit der Mehrheit der konservativen Republikaner. Die neue Bestimmung ist Teil eines Gesetzes zur Eindämmung der Jugendgewalt in den USA, das auch eine Verschärfung des Strafrechts bei minderjährigen Tätern vorsieht. In einer weiteren Entscheidung wurde jedoch der Verkauf von Schußwaffen auf öffentlichen Messen gelockert.

Bei der Abstimmung in Washington erhielt die Vorlage des republikanischen Abgeordneten Robert Aderholt die Zustimmung von 287 Abgeordneten. 139 Parlamentarier waren dagegen. Kritiker bezeichneten das neue Gesetz als verfassungswidrig. Aderholt erklärte hingegen, die neuen Bestimmungen "befördern die Moral und führen ein Ende der Entwicklung herbei, daß Kinder Kinder umbringen".

Mit 218 zu 211 Stimmen wurde die Gesetzesvorlage des Abgeordneten Bob Barr gebilligt, mit der die Zahl der von Kontrollen erfaßten Waffenmessen verringert und die Frist für Überprüfungen von bisher drei Tagen auf 24 Stunden verkürzt. Das Abstimmungsergebnis ist ein Sieg für die einflußreiche Waffenlobby National Rifle Association (NRA). Präsident Bill Clinton kritisierte die Entscheidung und kündigte seinen Widerstand dagegen an.

Jüngster Auslöser der Debatte über Maßnahmen zur Eindämmung der Jugendgewalt war das Blutbad von Littleton im US-Staat Colorado: Mitte April erschossen zwei 17 und 18 Jahre alte Schüler zwölf ihrer Mitschüler, einen Lehrer und anschließend sich selbst.