USA Heftige Schneefälle legen Verkehr lahm
New York - Die Zahl der Todesopfer erhöhte sich auf 14. Viele Schulen und Büros der öffentlichen Verwaltung blieben erneut geschlossen. Der Gouverneur von Maine rief den Notstand aus, um die Auslieferung von Heizöl sicherzustellen, während der New Yorker Gouverneur die Nationalgarde anrief. In Vermont wies die Regierung ihre Mitarbeiter gestern an, gegen Mittag nach Hause zu gehen. Heute zog das Sturmgebiet schließlich aufs Meer hinaus.
Mehr als 66.000 Haushalte waren heute Morgen noch ohne Strom. In Teilen von Vermont fielen bis zu 90 Zentimeter Schnee. Lastwagen durften auf den Straßen nicht mehr fahren. In New York fielen gebietsweise mehr als hundert Zentimeter Schnee. Die Temperaturen sanken dort heute auf minus 18 Grad Celsius. Am schwersten betroffen war die Gegend um den Ontario-See, wo der Schnee bis zu drei Meter hoch lag.
Autofahrer und Fußgänger kämpften heute mit einem festgefrorenen Gemisch aus Schnee und Regen, das sich etwa im Großraum der Hauptstadt Washington wie ein spiegelglatter Panzer über Straßen und Gehwege gelegt hatte. Angesichts des Risikos eisiger Blizzard-Stürme warnte der Nationale Wetterdienst (NWS) die Menschen vor dem Aufenthalt im Freien.
Wegen der kalten Windböen könne die gefühlte Temperatur in den US-Staaten New York und Vermont bei knapp 30 Grad unter Null liegen, warnte der Wetterdienst. "Die Lage wird sich heute erst einmal verschlechtern, bevor sie wieder besser wird", sagte NWS-Sprecher Dennis Feltgen.
Die drei Flughäfen in New York sagten gestern Hunderte Flüge ab. Den Passagieren eines Flugs der Billig-Airline JetBlue verdarb der Winter den Urlaubsbeginn: Anstatt wie geplant das Sonnen-Ziel Cancún an der mexikanischen Küste anzusteuern, mussten die Reisenden auf dem New Yorker Flughafen acht Stunden an Bord des Flugzeugs ausharren, das wegen des schlechten Wetters keine Starterlaubnis bekam. Schließlich wurde der Flug gestrichen. "Es war einfach ein Alptraum", sagte ein Passagier dem Sender CNN. "Es gab kaum etwas zu essen." Die Crew habe schließlich die Tür öffnen müssen, um frische Luft in die Maschine zu lassen. Die Fluggesellschaft entschuldigte sich inzwischen bei den Gästen.
Wegen festgefrorener Schleppgeräte kam es außerdem zu Staus und Überlastungen an den Gates. Auch in Boston, Washington, Chicago, Philadelphia und vielen kleineren Flughäfen wurden zahlreiche Verbindungen gestrichen.
Im benachbarten Kanada sah es nicht besser aus: Auch hier wurden reihenweise Flüge gestrichen. Allein im Bundesstaat Québec registrierte die Polizei mehr als tausend wetterbedingte Verkehrsunfälle. In Verwehungen häufte sich der Schnee mancherorts einen halben Meter hoch auf. "Dieser Sturm ist schon ungewöhnlich", sagte der Meteorologe Denis Heroux in Montréal. "Andererseits ist es aber auch kein Weltuntergang."
ffr/AP/AFP