USA Hurrikan Lili bläst Atlantis-Start ab
Miami - Der Hurrikan Lili zieht mit Windgeschwindigkeiten von 165 Kilometern pro Stunde im Golf von Mexiko auf die Südküste der USA zu. Das Zentrum des Zyklons lag am Dienstagabend rund 215 Kilometer nördlich der mexikanischen Halbinsel Yucatán und 840 Kilometer süd-südöstlich von New Orleans an der Mündung des Mississippi. Die Behörden an der nordamerikanischen Golfküste haben eine Hurrikan-Vorwarnung ausgerufen.
Noch bevor Lili aufs amerikanische Festland getroffen ist, hat der Hurrikan dort bereits seine Auswirkungen: Der für Mittwoch geplante Start der Weltraumfähre Atlantis wurde abgesagt. Eine Sprecherin der Weltraumbehörde Nasa sagte am Weltraumbahnhof in Cape Canaveral in Florida, der Hurrikan bewege sich zwar nicht auf Florida zu, könnte aber das Johnson-Kontrollzentrum Houston/Texas in Mitleidenschaft ziehen. Houston übernehme immer kurz nach den Raumfährenstarts die Überwachung des Fluges.
Am Dienstag war Lili über den Westen Kubas gezogen, wo am 20. September bereits Isidor gewütet hat. Kubas Präsident Fidel Castro teilte mit, dass auf der vorgelagerten Isla de la Juventud sehr viele Hausdächer abgedeckt wurden. "Die beste Nachricht ist, dass es bei zwei Hurrikanen, die binnen elf Tagen über Kuba zogen, nicht einen einzigen Toten gegeben hat", sagte Castro der staatlichen Nachrichtenagentur Prensa Latina.
In Mexiko hatte der Zivilschutz am Dienstag Hurrikan-Alarm rund um den Badeort Cancún im Nordosten der Halbinsel Yucatán gegeben. Nachdem Isidore in Yucatán schwerste Schäden angerichtet und mindestens 13 Menschen getötet hatte, wurde die Halbinsel dieses Mal verschont. Mexikos Präsident Vicente Fox sagte am Dienstag bei einem Besuch in Yucatán den Opfern Isidors Wiederaufbauhilfen in Höhe von einer Milliarde Pesos (100 Millionen Euro) zu.
Lili hat auf Jamaika bereits schwere Schäden hinterlassen. Bei Überschwemmungen wurden mindestens drei Menschen getötet, zwei wurden am Dienstag noch vermisst. Am 23. September war Lili über die kleinen Antilleninseln gezogen und hatte dort schwere Schäden an Gebäuden und Bananenplantagen angerichtet. Auf St. Vincent starben vier Menschen bei einem Erdrutsch. Außerdem verschwand Medienberichten zufolge ein 2000-Tonnen-Frachter mit sieben Mann Besatzung im Sturm.