USA: Monsterfeuer wüten und wachsen - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

USA Monsterfeuer wüten und wachsen

Der gewaltige Buschbrand in Arizona hat schon fast 50.000 Hektar zerstört und droht weiter zu wachsen. Mehrere Feuerwehrleute entgingen knapp dem Tod. Auch in Colorado flüchteten tausende Menschen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Phoenix/Denver - Die Flammen des Feuers züngelten durch die knochentrockenen Nadelwälder und vernichteten bis Freitagabend mehr als 48.000 Hektar. Die Behörden argwöhnen, dass Brandstiftung im Spiel war.

Etwa 8000 Menschen in fünf Ortschaften mussten ihre Häuser verlassen. 15 Gebäude brannten bisher nieder. Starke Winde mit mehr als 40 Kilometern in der Stunde und sengende Hitze gaben der Feuerwehr keine Chance, den Flammen Einhalt zu gebieten. Zwischen diesem Brand und einem kleineren Feuer, das bisher 3000 Hektar eingeäschert hat, liegen nur wenige Kilometer.

Die Feuerwalze hat selbst die Feuerwehr zur Kapitulation gezwungen. Mehrere Dutzend Feuerwehrleute mussten in der Ortschaft Pinedale um ihr Leben rennen und schafften den Rückzug wenige Minuten, bevor ihre einzige Fluchtroute von den Flammen eingeschlossen wurde, berichtete die Zeitung "Arizona Republic" am Freitag. Die 4000 Einwohner waren zuvor geflohen.

Insgesamt brennen in acht US-Bundesstaaten 18 große Feuer, darunter in Colorado bei Durango eines von 25.000 Hektar Größe, vor dem schon fast 3000 Menschen fliehen mussten. In Denver plädierte am Donnerstag eine Försterin, die den riesigen Waldbrand in der Nähe der Stadt gelegt haben soll, auf "nicht schuldig". Der Mutter von zwei Kindern drohen bis zu 65 Jahren Haft.

Aus den Flammen hat sich ein Waldbrand mit inzwischen mehr als 55.000 Hektar Ausmaß entwickelt. Insgesamt brannten 95 Gebäude nieder, das meiste davon Schuppen und Ställe. Es ist der größte Waldbrand in der Geschichte des Staates. Die Feuerwehr fürchtet, dass die Flammen bis September lodern könnte. Präsident George W. Bush erklärte Teile des Staates zum Katastrophengebiet. Dadurch haben sie Anspruch auf Bundesmittel.

Insgesamt sind in den USA in diesem Jahr schon mehr als 800.000 Hektar Land verbrannt. Das ist mehr als doppelt so viel, als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre zu dieser Jahreszeit. Das nationale Brandzentrum in Boise (Idaho) fürchtet einen der schlimmsten Brandsommer aller Zeiten und verweist auf die Risikofaktoren: Die jahrelange Dürre im Westen der USA, die frühe Sommerhitze und tonnenweise Unterholz, das dank erfolgreicher Brandbekämpfung in den vergangenen Jahren liegen blieb und beim kleinsten Funken wie Zunder brennt.