USA: Nervenkrieg um Mordverdächtigen auf Hochkran - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

USA Nervenkrieg um Mordverdächtigen auf Hochkran

Seit Tagen harrt ein Mordverdächtiger in Atlanta auf einem 100 Meter hohen Kran aus. Alle Versuche der Polizei, den Mann zum Aufgeben zu bewegen, sind bislang gescheitert. Der 41-Jährige ist dringend verdächtig, seine Ex-Freundin getötet zu haben.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Washington - Der Flüchtige hat Essen und Getränke abgelehnt. Er liegt nach Augenzeugenberichten die meiste Zeit auf einem Gitter auf dem Schwenkarm, berichtete die Polizei. Sie versuchte vergeblich, den Mann namens Carl Roland mit einem über ihn hinweg fliegenden Hubschrauber oder mit einer Sirene zur Aufgabe zu bewegen.

Die Polizei hofft nach Angaben des Nachrichtensenders CNN, dass der Mann durch den anhaltenden Nervenkrieg mürbe wird und aufgibt. Sie wolle den Fall "aussitzen" und so verhindern, dass sich der Flüchtige von dem Kran stürzt und die Familie Schadenersatzforderungen stellt. "Wir können in Schichten arbeiten, er kann das nicht", sagte ein Polizist der Tageszeitung "Atlanta Journal-Constitution".

Die Polizei hat den Umkreis des Krans weiträumig abgesperrt. Dies führte nach Medienberichten zu großem Ärger in der Bevölkerung und bei Geschäftsleuten. Wegen der Straßensperrungen bildeten sich lange Staus. "Es ist fast so, als hätte er die gesamte Stadt als Geisel genommen", sagte eine Anwohnerin dem Nachrichtensender CNN.

Die spektakuläre Flucht des mutmaßlichen Täters hat inzwischen viele Schaulustige angezogen. Die Tageszeitung "Atlanta Journal- Constitution" spricht von einer "karnevalähnlichen Atmosphäre".