USA: Paar richtet Waffen auf Demonstranten in St. Louis - DER SPIEGEL
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Trump retweetet Nachricht Paar richtet Waffen auf Demonstranten in St. Louis

Im US-Bundesstaat Missouri hat ein weißes Paar mit Waffen auf Demonstrierende gezielt. Die beiden Anwälte gaben an, sich bedroht gefühlt zu haben.
Weiße Hausbesitzerin in St. Louis zielt mit einer Waffe auf Demonstrierende
Weiße Hausbesitzerin in St. Louis zielt mit einer Waffe auf Demonstrierende

Weiße Hausbesitzerin in St. Louis zielt mit einer Waffe auf Demonstrierende

Foto: Lawrence Bryant / REUTERS
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"Lyda, tritt zurück!" forderte eine Gruppe von etwa 500 Demonstranten am Sonntagabend in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri. Gemeint war die demokratische Bürgermeisterin Lyda Krewson. Die hatte sich den Ärger der Bürger zugezogen, weil sie über Facebook live öffentlich Namen und Adressen von Menschen vorgelesen hatte, die gefordert hatten, der örtlichen Polizei die Finanzierung zu entziehen.

Die Demonstranten befanden sich auf dem Weg zum Amtssitz der Bürgermeisterin, als sich am Wegesrand etwas Unerwartetes zutrug: Ein weißes Paar bedrohte die Marschierenden von seinem Grundstück aus mit Waffen.  

Der 63-jährige Anwalt Mark McCloskey begründete sein Verhalten gegenüber dem Sender KMOV-TV damit, dass er und seine Ehefrau es mit einem wütenden Mob auf ihrem Privatweg zu tun gehabt hätten. Sie hätten um ihr Leben gefürchtet. Die Polizei gab an, man ermittle in dem Fall wegen widerrechtlichen Betretens eines Grundstücks sowie Einschüchterungsversuchen.

"Ganz allein gegen den wütenden Mob"

In den sozialen Medien kursierte ein Video, dass die beiden zeigt, wie sie vor ihrem Anwesen im wohlhabenden Viertel Central West End stehen und mit einem Gewehr und einer Handfeuerwaffe auf die Vorbeimarschierenden zielen. Sie sollen die Protestierenden aufgefordert haben, den Privatweg zu verlassen. Die Demonstranten hätten mit Obszönitäten und Drohungen geantwortet.

"Dies ist alles Privatbesitz", sagte McCloskey dem TV-Sender. Es gebe keine öffentlichen Bürgersteige oder Straßen. "Man hat uns gesagt, dass wir sterben würden, unser Haus niedergebrannt und unser Hund getötet würden. Wir waren ganz allein gegen den wütenden Mob."

Präsident Donald Trump retweetete die von ABC verfasste Nachricht zu dem Vorfall, ohne sie zu kommentieren. Das umstrittene Facebook-Video, in dem die Bürgermeisterin die Namen derer genannt hatte, die der Polizei Geld entziehen wollen, ist nicht mehr abrufbar. Krewson entschuldigte sich für ihr Verhalten.

Landesweit haben sich nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd während eines Polizeieinsatzes viele Anti-Rassismus-Demonstranten der Bewegung "Defund the Police" angeschlossen.

Die Mordrate in St. Louis ist hoch, die Stadt gehört zu den gewalttätigsten der USA.

ala/AP