Tod durch Schlangenbiss: Snake-Handling-Priester gestorben
"Snake Handling" US-Schlangenpriester stirbt durch Schlangenbiss
Nashville - "Snake Handling" - so heißt ein Ritual, das in den Gottesdiensten bestimmter US-Gemeinden gepflegt wird. Im Vertrauen auf göttlichen Schutz hantieren dabei christliche Fundamentalisten mit Giftschlangen, um die Unerschütterlichkeit ihres Glaubens zu demonstrieren. Im Zusammenhang mit diesem Brauch hat es jetzt im US-Bundesstaat Kentucky einen Todesfall gegeben: Prediger Jamie Coots starb offenbar an einem Schlangenbiss. Zuvor hatte er sich von herbeigerufenen Rettungskräften nicht behandeln lassen wollen.
Coots war in den USA kein Unbekannter: Berühmtheit erlangte er durch die Serie "Snake Salvation" des TV-Senders National Geographic Channel . In der Doku-Reihe über die in vielen Bundesstaaten illegale Snake-Handling-Praxis ist Coots eine der Hauptpersonen. Auch bei YouTube sind diverse Videos zu sehen, in denen er mit Schlangen hantiert.
Laut Polizei wurde der Geistliche am Samstagabend tot in seinem Wohnhaus in Middlesboro (Kentucky) aufgefunden. Etwa anderthalb Stunden zuvor seien nach einem Notruf Rettungskräfte bei ihm gewesen. Diese hätten bei Coots einen Schlangenbiss an der rechten Hand festgestellt.
Coots habe es laut Polizei abgelehnt, sich behandeln oder gar ins Krankenhaus bringen zu lassen. Zuvor hätten ihm die Mediziner das Risiko erklärt, das mit dieser Weigerung einhergehe. Als die Rettungskräfte später zu dem Mann zurückkehrten, hätten sie ihn tot aufgefunden, hieß es weiter. Todesursache sei offenbar der Schlangenbiss.
Erst im vergangenen Jahr hatte Coots in einem Fernsehinterview gesagt, er sei bereits neunmal gebissen worden. Bei einem dieser Vorfälle habe er einen Teil eines Fingers verloren. "Wenn die Bibel mir befehlen würde, aus einem Flugzeug zu springen, dann würde ich das tun", sagte er damals.