USA: Schlimmste Waldbrände seit 50 Jahren - DER SPIEGEL
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USA Schlimmste Waldbrände seit 50 Jahren

Tausende Feuerwehrleute kämpfen im Westen der USA einen fast aussichtslosen Kampf gegen die schlimmsten Waldbrände seit einem halben Jahrhundert. Für jedes Feuer, das sie löschen, brechen zwei neue aus.
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Boise - Nach Angaben der zentralen Behörde für die Feuerbekämpfung in Boise (Idaho) wüten jetzt 70 große Brände in elf Bundesstaaten. Sie haben inzwischen das Ausmaß der großen Brände von 1988 übertroffen. Die Staatssekretärin im Innenministerium, Silvia Baca, wurde mit den Worten zitiert, dies seien die schlimmsten Feuer seit 50 Jahren.

Inzwischen haben die völlig erschöpften Einsatzkräfte Verstärkung angefordert. Aus Kanada wurden 200 Spezialisten erwartet, in Mexiko wurde neue Ausrüstung bestellt. Außerdem sollen 500 Marine-Angehörige am Wochenende die pausenlos gegen die Flammen ankämpfenden Brandhelfer ergänzen. Insgesamt sind zur Zeit 20.000 Feuerwehrleute und Soldaten im Einsatz. Der Regierungsexperte Ron Dunton zeigte sich in der Zeitung "USA Today" verzweifelt. Die Behörden hätten nicht mehr genügend Einsatzkräfte, um sich um jedes Feuer zu kümmern und alle Häuser zu schützen. "Es werden Häuser brennen", prophezeite er.

Die meisten neuen Feuer wurden am Freitag aus den Bundesstaaten Montana und Nevada gemeldet. In Montana wurden die Bewohner mehrerer Wohngebiete aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Insgesamt seien in den vergangenen 24 Stunden in elf Bundesstaaten 20 neue Feuer ausgebrochen, sagte eine Sprecherin der Feuerbehörde. Lediglich neun seien gelöscht worden. Sie wies Berichte zurück, dass eines der Feuer auch eine Atomanlage bedroht habe und Plutonium freigesetzt wurde.

Inzwischen häufen sich die Unfälle bei der Feuerbekämpfung. Bei der Rückkehr von einem Einsatz in Nevada stürzte ein Hubschrauber mit drei Insassen an Bord ab, ein Insasse starb. Am Vortag waren in Kalifornien Feuerwehrleute vom umschlagenden Wind überrascht worden und in eine Feuerfalle geraten. Vier Männer erlitten Verletzungen.

Nach Angaben der zentralen Behörde für die Feuerbekämpfung gibt es kaum Hoffnung auf Besserung. In der Nacht zum Freitag habe es wieder zahlreiche trockene Gewitterstürme gegeben, die neue Brände entfachten. Insgesamt sind seit Jahresbeginn mehr als 1,5 Millionen Hektar Wald verbrannt. Die Brandbekämpfung verschlingt täglich umgerechnet mehr als 30 Millionen Mark. Betroffen sind unter anderem die Bundesstaaten Arizona, Kalifornien, Idaho, Montana, Nevada, New Mexiko, Utah, Washington und Wyoming.

Thomas Müller, dpa