USA Schneechaos erreicht die Ostküste
Washington - Stundenlange Schneefälle an der US-Ostküste haben am Samstag New York unter einer dicken weißen Decke begraben und den Luftverkehr praktisch zum Erliegen gebracht. Die New Yorker Flughäfen LaGuardia und Newark mussten geschlossen werden, am John-F.-Kennedy-Flughafen konnte kaum noch eine Maschine starten oder landen. Auch aus Philadelphia und anderen Ostküsten-Städten wurden starke Schneefälle gemeldet.
Weitere Flughäfen an der Ostküste verzeichneten teils massive Verspätungen, da die großen Fluggesellschaften bereits in Erwartung des Sturms Hunderte Flüge gestrichen hatten. Auch für Hunderttausende Autofahrer bedeutet die weiße Pracht ausgerechnet am Neujahrswochenende ein riesiges Verkehrschaos.
Viele Reisende entschlossen sich am Wochenende, zu Hause zu bleiben und stürmten Supermärkte und Baumärkte, um sich mit Lebensmitteln, Batterien, Schneeschaufeln und Salz einzudecken. Meteorologen befürchten, dass sich zwei Sturmfronten an der Ostküste vereinen und Städten wie Boston, New York und Washington die stärksten Schneefälle seit fünf Jahren bescheren könnten. Für New York wurden bis zu 30 Zentimeter Schnee erwartet.
Viele New Yorker genossen allerdings die schönen Seiten des Winters. Im Central Park gingen viele Familien im tiefen Schnee spazieren, Kinder bauten Schneemänner oder fuhren Schlitten. Bürgermeister Rudolph Giuliani hatte auf einer Pressekonferenz am Samstagmittag (Ortszeit) auch eine weitere gute Nachricht. Die traditionelle Silvesterfeier am Times Square werde trotz des Sturms wie jedes Jahr stattfinden.
Bei dem Eis- und Schneechaos im Mittleren Westen und Südwesten, das an Heiligabend begonnen hatte, waren bis Samstagfrüh 42 Menschen ums Leben gekommen, davon allein im Bundesstaat Texas über 20. Zehntausende Haushalte waren am Samstag noch ohne Strom. Der Mississippi war auf einer Strecke von 800 Kilometern zwischen St. Paul in Minnesota und Rock Island in Illinois gefroren. Dadurch wurde der Schiffsverkehr auf einer der wichtigsten Wasserstraßen der USA stark behindert.
US-Präsident Bill Clinton erklärte die Bundesstaaten Arkansas und Oklahoma zu Katastrophengebieten. Damit ermöglichte er die Freigabe von Bundeshilfe für die beiden Staaten.