USA Serienkiller gesteht 48 Frauenmorde
Seattle - Ridgway hatte Seattle und Umgebung fast 20 Jahre lang in Angst und Schrecken versetzt. Im Gegenzug für sein Schuldbekenntnis hatte die Staatsanwaltschaft zugesagt, keine Todesstrafe zu fordern. Den 54-Jährigen erwartet nun eine mehrfache, lebenslange Haftstrafe. Das Datum der Urteilsverkündung steht noch nicht fest. Bislang hatte der seit langem verdächtige, aber erst auf der Basis eines DNS-Testes überführte Mann auf unschuldig plädiert, was eine umfangreiche Beweisführung nach sich gezogen hätte.
Der 54-Jährige befindet sich seit 2001 in Haft und hat die Polizei in den vergangenen Wochen zu zahlreichen Stellen geführt, an denen er Opfer - meist Prostituierte und Drogenabhängige - verscharrt hat. Seine Opfer las er meistens von der Straße auf, mit vielen hatte er Geschlechtsverkehr, ehe er sie in seinem Kleinlaster oder in der Nähe seines Hauses erwürgte. "Ich habe Prostituierte genommen, weil ich dachte, niemand würde sie sofort als vermisst melden. ... Ich dachte, ich könnte so viele, wie ich wollte, töten, ohne erwischt zu werden", sagte er vor Gericht. "Ich hasse die meisten Prostituierten, und ich will für Sex mit ihnen nicht bezahlen", sagte Ridgway.
Jahrelang fahndete die Polizei tatsächlich erfolglos nach dem Green River Killer, wie sie ihn nach dem Fluss, in dem die ersten Opfer gefunden wurden, nannte. Dabei zeigte der Freund einer Ermordeten Ridgway bereits 1984 an, weil er gesehen hatte, wie die Frau in sein Auto stieg. Ridgway überzeugte die Polizei jedoch, dass er das Opfer nicht kenne. Monate später bot er sich in demselben Fall sogar selbst als Zeuge an und trickste bei seiner Vernehmung einen Lügendetektor aus.
Erst 2001 stellten die Ermittler mit Hilfe von Gen-Analysen fest, dass eine Speichelprobe Ridgways aus dem Jahr 1987 mit DNS-Spuren auf den Leichen von einigen der ersten Opfer übereinstimmte.
Die Leichen seiner ersten Opfer wurden 1982 nackt und verstümmelt aus dem Fluss Green River gefischt. Weitere, ähnlich zugerichtete Frauenkörper tauchten dann an verschiedenen Orten im Bundesstaat Washington auf, häufig in dichtem Unterholz versteckt. Die Staatsanwaltschaft verdächtigt den Lackierer, zwischen 1982 und 1984 allein 49 Frauen umgebracht zu haben und möglicherweise Dutzend weitere in den Jahren danach. Zwei Morde aus den Jahren 1990 und 1998 wurden kürzlich mit Hilfe des 54-Jährigen geklärt. "Dieser Mann hört nicht auf zu morden, solange er nicht tot oder eingekerkert ist", sagte der die Ermittlungen leitende Beamte.
Nachbarn und Arbeitskollegen beschrieben Ridgway als unauffälligen "netten Kerl".