USA: Supercomputer sahen Schneechaos nicht vorher - DER SPIEGEL
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USA Supercomputer sahen Schneechaos nicht vorher

Obwohl die US-Meteorologen die wohl modernsten Computer der Welt haben, wurden sie von den Blizzards überrascht. Die Schneestürme haben das öffentliche Leben an der Ostküste weitgehend lahm gelegt.
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Washington - Auf Grund der Berechnungen eines neuen "Supercomputers" in Bowie bei Washington hatten die Wetterkundler für Dienstag lediglich einen möglichen leichten Schneefall prognostiziert. Tatsächlich legte aber der schwerste Schneesturm seit vier Jahren die Stadt lahm - statt der vorhergesagten zwei bis drei Zentimeter fielen bis zu 30 Zentimeter Schnee. 250.000 Regierungsangestellte mussten zu Hause bleiben, der Kongress sagte zahlreiche Sitzungen ab.

Die Experten des Nationalen Wetterdienstes mussten sich daraufhin harsche Kritik gefallen lassen. Inzwischen wurde der Rechner mit neuer Software gefüttert, und die Meteorologen sind sich sicher, dass sie künftig das Wetter genauer vorhersagen können.

In den Bundesstaaten North und South Carolina waren am Mittwoch noch immer 250.000 Menschen ohne Strom, nachdem zahlreiche elektrische Überlandleitungen unter der Schneemasse zusammengebrochen waren. Die örtlichen Stromgesellschaften arbeiteten fieberhaft daran, die Versorgung wiederherzustellen.

Auf den Flughäfen mussten seit Dienstag zehntausende Reisende auf ihre Flüge warten. Über tausend Flüge wurden gestrichen. Einige Flughäfen waren zeitweise ganz geschlossen: La Guardia in New York, Logan in Boston und der Ronald-Reagan-Airport in Washington.

Auf vereisten Straßen kamen mindestens vier Menschen ums Leben. In Massachusetts geriet ein fünfjähriges Mädchen auf dem Nachhauseweg in einen Schneesturm und stürzte in einen eisigen Fluss. Am Mittwoch zog die Schneefront nach Norden weiter. Vor allem die Neuengland-Staaten bereiteten sich auf das Schlimmste vor.

Der Glaube an die modernen Wettercomputer war an Weihnachten auch in Deutschland erschüttert worden. Nach dem Jahrhundert-Orkan "Lothar" am zweiten Weihnachtstag war ein Streit zwischen Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach und des privaten Wetterdienstes Meteomedia über die verspätete Warnung der Öffentlichkeit entbrannt.