Valencia: Dutzende sterben bei U-Bahn-Unglück - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Valencia Dutzende sterben bei U-Bahn-Unglück

Mehr als 30 Menschen sind ums Leben gekommen, als eine U-Bahn in der spanischen Stadt Valencia entgleiste. Ersten Angaben zufolge handelt es sich um einen Unfall. Derzeit sind Zehntausende Pilger wegen des Weltfamilientreffens in der Stadt, in wenigen Tagen kommt der Papst.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Madrid - Es ist das schwerste U-Bahn-Unglück in der Geschichte Spaniens: Nach Angaben der Regionalregierung liegt die Zahl der Todesopfer bei mindestens 34. Mehr als 20 Fahrgäste seien schwer verletzt worden, einige von ihnen schwebten in Lebensgefahr. Etliche sind außerdem noch in den Waggons eingeschlossen. Ob unter den Eingeschlossenen weitere Tote sind, sei unklar.

Im Zentrum der ostspanischen Hafenstadt sei gegen 13 Uhr ein Zug zwischen zwei Stationen entgleist, zwei Waggons seien umgekippt, hieß es im spanischen Fernsehen. Die Bahn der Linie 1 sprang zwischen den Stationen Jesús und Plaza de España aus den Gleisen.

Zahlreiche Rettungswagen und Polizeieinheiten sind im Einsatz. Auf Fernsehbildern sind Helfer zu sehen, die Verletzte auf Tragen abtransportieren. Der Unglücksort ist weiträumig abgesperrt. Nach Angaben des Katastrophenschutzes wurden 150 Menschen aus zwei Bahnstationen in Sicherheit gebracht. Unter den Verletzten sei auch eine Schwangere, ihr Zustand sei sehr ernst.

Die Ursache steht noch nicht fest. Ein Regierungssprecher sagte einem spanischen Radiosender, der U-Bahn-Fahrer sei vermutlich zu schnell gefahren. Außerdem sei ein Rad gebrochen. Anderen Vermutungen zufolge wurde das Unglück durch den Einsturz von Deckenteilen in der Tunnel-Röhre verursacht. In jedem Fall sei es ein Unfall gewesen. «Es war ein tragisches Unglück», sagte Valencias Bürgermeisterin Rita Barberá.

Der erste Hilferuf war von einem Verletzten aus einem der Waggons gekommen. Er alarmierte per Handy die Polizei, bald darauf eilten Krankenwagen und Feuerwehr zum Unglücksort. Die Identifizierung der Toten werde schwierig, die Leichen seien verstümmelt, hieß es weiter. Psychologen betreuten am Ort die Angehörigen der Opfer. König Juan Carlos und Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero bekundeten ihr Mitgefühl.

Das Unglück ereignete sich wenige Tage vor einem Besuch von Papst Benedikt XVI. in der drittgrößten Stadt des Landes. Das katholische Kirchenoberhaupt wird zum Abschluss des Weltfamilientreffens am 8. und 9. Juli in Valencia erwartet. Zahlreiche Pilger sind bereits in der Stadt. Das Treffen begann am Wochenende. Auf der Website der von der Regionalregierung betriebenen U-Bahn hieß, aus Anlass des Großereignisses würden eine halbe Million Freifahrkarten an Pilger und Veranstalter ausgegeben.

ffr/reuters/AP/dpa/AFP