"Vater der Mauerspechte" Friedensaktivist John Runnings tot
Berlin - Er sei der einzige Mensch, der ohne Ausweispapiere über die Berliner Mauer in die DDR "einsteigen" und anschließend wieder ausreisen konnte, hat John Runnings einmal über seine Aktionen gescherzt.
Als "Mauerläufer" wurde der Kanadier 1986 weltbekannt, als er seinen Pass am alliierten Kontrollpunkt Checkpoint Charlie verbrannte und anschließend begann, an der Berliner Sektorengrenze auf der Mauerkrone der Grenzanlagen zu laufen, bevor ihn DDR-Grenzschützer gewaltsam herunterholten.
Drei Monate wurde Runnings damals in einem ostdeutschen Gefängnis festgehalten, bevor man ihn an die Bundesrepublik ausgelieferte. Immer wieder kehrte er an die Mauer zurück und demonstrierte gegen Teilung, Krieg und Atomwaffen.
Ein Rammbock, den er für seine Aktionen an der Mauer benutzen wollte, gehört heute zu den Ausstellungsstücken im Berliner Mauermuseum. Runnings war auch einer der ersten "Mauerspechte" nach dem Fall der Mauer 1989, die Steinstücke aus der Mauer herausbrachen.
John Runnings starb am 25. April im Alter von 86 Jahren auf Vancouver Island.