Vatikan Die letzte Reise des Papstes
Rom - Der Leichnam im roten Messgewand wurde, begleitet von Schweizergardisten und hohen kirchlichen Würdenträgern, aus der Sala Clementina im Apostolischen Palast über den Petersplatz getragen. Zwölf Leichenträger stützten die purpurne Bahre. Dazu erklang die Allerheiligen-Litanei.
Als die Prozession in der Abenddämmerung auf den Platz kam, brach die Menge in Beifall aus. "Es ist der letzte Weg des Papstes über den Petersplatz", sagte eine Frau. Unter den Gläubigen waren auch viele aus der Heimat des Papstes, die die polnische Flagge schwenkten.
Vatikan: Der letzte Weg des Pontifex
Der Leichnam wurde vor dem Hochaltar über dem Grab des Heiligen Petrus aufgebahrt. Dort können die Gläubigen drei Tage lang dem Papst die letzte Ehre erweisen. Am Freitag wird der am Samstag im Alter von 84 Jahren gestorbene Johannes Paul II. in den Grotten der Peterskirche beigesetzt.
Zu den Trauerfeierlichkeiten werden Staatsgäste aus aller Welt und bis zu zwei Millionen Pilger erwartet. Auch Bundeskanzler Gerhard Schröder und Bundespräsident Horst Köhler wollen der Beisetzung beiwohnen. Wegen des erwarteten Besucher-Ansturms ist die Vatikan-Basilika auch nachts geöffnet.
Vatikan: Ciao, Johannes Paul - Rom trauert
Johannes Paul II. soll in der Krypta des Petersdoms beigesetzt werden. Dort, in den Vatikanischen Grotten, befindet sich die Grabstätte des Apostels Petrus. Am Freitag wird nach Angaben der deutschen Bischofskonferenz der Leichnam des Papstes erst dann durch die Santa-Martha-Pforte in die Krypta gebracht, wenn alle Gläubigen den Petersdom verlassen haben.
Wo der Papst beigesetzt wird, richtet sich nach dem letzten Willen des Verstorbenen. Der Deutschen Bischofskonferenz zufolge befindet sich das einzige Papstgrab nördlich der Alpen in Bamberg. Dort wurde Papst Clemens II. (gestorben 1047) bestattet.
Nach zweieinhalb Stunden war kurz nach Mittag im Vatikan die erste Sitzung des Kardinalskollegiums zu Ende gegangen. In den Händen des Gremiums liegt bis zur Wahl eines neuen Papstes die Leitung der katholischen Kirche. Erste Aufgabe bei der Sitzung im Apostolischen Palast war die Zerstörung des Siegelrings des Papstes. Auch hatten die Kardinäle erstmals Gelegenheit, letzte Dokumente zu öffnen, die der Papst ihnen möglicherweise hinterlassen hat.
Zuvor hatte der "Corriere della Sera" bereits berichtet, der Papst wolle, anders als verschiedentlich kolportiert, nicht in seiner polnischen Heimat beerdigt werden. Stattdessen werde Johannes Paul II. in dem Grab beigesetzt, in dem Johannes XXIII. bis zum Jahr 2000 lag, als er selig gesprochen und in den Dom überführt wurde. Der Ort sei allerdings nicht vom Papst bestimmt worden, er habe die Entscheidung seinen Mitarbeitern überlassen.