Vatikan-Mann Milingo könnte bei den Bären enden
Rom - Überlegungen, den 71-Jährigen ins Exil zu schicken, kursierten zurzeit im Vatikan, berichtet die römische Tageszeitung "Il Messaggero". Als mögliche Exilländer würden Kanada und Neuseeland genannt, hieß es. Ausgeschlossen werde hingegen ein Exil in den USA, wo Milingo im Mai nach Art der Moon-Sekte die um 25 Jahre jüngere Frau Sung geheiratet hatte. In Europa oder Afrika könnte er wiederum von seinen Anhängern zu neuen Teufelsaustreibungen verführt werden, hieß es.
Daher blieben nur Kanada und Neuseeland als "sichere" Exilorte übrig. "Wir könnten ihn zu den Bären nach Ontario schicken", zitierte die Zeitung einen nicht genannten Kirchenmann. Allerdings könnte Maria Sung ihrem Erzbischof überall hin folgen, werde im Vatikan befürchtet.
Maria Sung hat unterdessen ihre Forderung nach einem Treffen mit ihrem Mann, der sie am Wochenende in einem TV-Interview verstoßen hatte, in einem Brief an Papst Johannes Paul II. erneuert. Ein Treffen unter Anwesenheit eines Zeugen könnte bereits zu Wochenbeginn stattfinden, hieß es in Rom. Frau Sung hatte bisher darauf bestanden, allein den mit ihr verheirateten Bischof zu treffen. Milingo, der in den Schoß der Kirche zurückgekehrt ist, hält sich zurzeit an einem unbekannten Ort in Italien auf.