Venezuela Passagierflieger am Boden zerschellt
Caracas - Die Reisenden waren auf dem Rückflug vom Urlaub in Panama. Der französische Staatschef Jacques Chirac sprach von einer "schrecklichen Katastrophe". Der Fluggesellschaft West Caribbean Airlines zufolge zerschellte die McDonnell Douglas MD-82 in der Umgebung von Machiques im westvenezolanischen Staat Zulia. Das Flugzeug sei in einem Waldstück zwischen zwei Bauernhöfen niedergegangen, sagte German Bracho vom Zivilschutz in Zulia.
Venezolanische Journalisten berichteten von der Unglücksstelle, die Rettungsmannschaften hätten keine Überlebenden gefunden. Zunächst seien nur rauchende Trümmerteile des Fluges mit der Nummer WCW-708 gefunden worden.
Am Flughafen Martiniques, wo das Flugzeug landen sollte, wurde ein Krisenstab eingerichtet, um sich um die Familienangehörigen der Opfer zu kümmern. Dutzende Menschen, die die Passagiere abholen wollten, wurden am Flughafen in einen abgeschirmten Sonderteil gebracht. Manche von ihnen waren in Tränen aufgelöst.
Bewohner der Region hätten von einer lauten Explosion berichtet, sagte der Leiter des venezolanischen Luftverkehrsinstituts, Francisco Paz. Der französische Verkehrsminister Dominique Perben erklärte, die Fluggesellschaft biete seit dem Frühjahr Charterflüge zwischen Panama und der zu Frankreich gehörenden Antilleninsel Martinique an. Die Maschine sei seit Mai zwei Mal von französischen Behörden überprüft worden, dabei sei nichts Ungewöhnliches festgestellt worden.
Der französischen Luftfahrtbehörde zufolge waren an Bord der Maschine 153 Passagiere. Die Fluggesellschaft berichtete dagegen von 152 Reisenden und acht Besatzungsmitgliedern. Venezolanische Behörden sprachen von sechs Besatzungsmitgliedern, die alle aus Kolumbien stammten.
Chirac sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus und ließ im Außenministerium in Paris ein Krisenzentrum einrichten. Überseeminister François Baroin wurde auf Martinique erwartet. West Caribbean Airways nahm 1998 den Flugbetrieb auf. Im März war ein zweimotoriges Kleinflugzeug der Gesellschaft direkt nach dem Start von der kolumbianischen Insel Providencia abgestürzt. Acht Insassen kamen dabei ums Leben, sechs wurden verletzt.