Verbrechensbekämpfung Das Phantom aus den Genen
Münster - Mit neuen Techniken könnten in Zukunft Partien des Gesichts oder sogar das komplette Antlitz nachgebildet werden, sagte der Präsident des 19. Kongresses der Internationalen Gesellschaft für Forensische Genetik (Rechtsmedizinische Genetik/ISFG), Bernd Brinkmann, zum Auftakt einer Tagung in Münster.
Forschungen von Anthropologen hätten ergeben, dass bestimmte Regionen des menschlichen Gesichts wie etwa die Stirn oder die Augenpartie komplett vererbt würden. Die Einführung der bereits angewendeten Gentests zur Überführung von Straftätern bezeichnete Brinkmann als bahnbrechend für die Verbrechensbekämpfung.
Neben dem erwarteten Einsatz der Phantombild-Technik in der Kriminalistik kann die Methode Brinkmann zufolge auch in der Archäologie angewandt werden. Mit Hilfe der Genanalyse eines gefundenen Knochens könne dann das Gesicht seines "Besitzers" rekonstruiert werden. Bisher sei die Wissenschaft auf das Vorhandensein eines Schädelknochens angewiesen, anhand dessen Experten im Labor Weichteile wie Nase oder Ohren rekonstruierten.
Rund 400 Experten aus aller Welt wollen bis Samstag die neuesten Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der DNS-Analytik und dadurch eröffnete Perspektiven für die Rechtsmedizin erörtern.