Wenn New Yorker Immobilienhaie ihre Luxuswohnungen nicht loswerden, holen sie sich neuerdings Spökenkieker ins Haus. Dann eilen Spiritistinnen wie Eleni Santoro oder Kia Woods an den Tatort und säubern die verflixten Apartments und Häuser von »bad vibrations« und sonstigen dunklen Mächten. »Smudging« - etwa: auswischen, wegfegen - heißt diese neue New-Age-Grille, die im esoterischen Manhattan um sich greift. Zwischen 75 und 200 Dollar pro Stunde kostet die Séance, bei der sich die geübte Smudging Lady beispielsweise in den Schneidersitz hockt, allerlei mystischen Krimskrams um sich ausbreitet und beherzt alle Dämonen in ein Häufchen Limonen fahren läßt. Daheim schneidet die Exorzistin die fluchbeladenen Südfrüchte in Scheiben und schmeißt sie angeekelt weg. Die Methode, die auf indianischen Traditionen basiert, hat sich - wie aus übersinnlichen Sphären verlautet - bereits vielfach bewährt. Die New Yorker Künstlerin Arianna Caroli etwa verließ, nach gründlichem Wisch & Weg, ihre Wohnung wegen unheilbar fieser Kraftströme. Positiver wirkte die Beschwörerin Santoro bei einer krisengeschüttelten Zweierbeziehung: »Die Balance zwischen männlicher und weiblicher Energie« in der gemeinsamen Wohnung sei gestört, diagnostizierte die Zauberin und empfahl, allzu futuristische Möbel aus der Behausung zu entfernen.
Dieser Ausdruck wurde am 17.10.2026 erstellt und ist ausschließlich für den persönlichen Gebrauch lizenziert.
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