Vergewaltiger verurteilt "In Ihnen tickt eine Bombe"
München - Das Landgericht München I entschied außerdem, dass der seelisch gestörte Sven K. vor dem Haftantritt in einer psychiatrischen Anstalt untergebracht wird. Der geständige Angeklagte hatte im Oktober 2001 die siebenjährige Anna in der Toilette einer Münchner Grundschule fast erstickt und dann missbraucht.
"In Ihnen tickt eine Bombe", sagte Richter Werner Ulrich. "Solange die Bombe nicht entschärft ist, muss die Gesellschaft vor ihnen geschützt werden." Wie lange das dauern werde, sei allerdings nicht abzusehen. Der 19-Jährige, der bereits frühzeitig in die Stricherszene abgeglitten war, hatte zum Prozessauftakt in einer Erklärung durch seinen Anwalt mitgeteilt, er hoffe, "dass ich Hilfe bekomme und lerne, normal zu leben". Anderenfalls bleibe er "besser weggesperrt".
Bereits zwei Monate vor dem Verbrechen an Anna hatte K. im Keller einer Münchner Klinik eine 22 Jahre alte tschechische Studentin bewusstlos gewürgt und sie vergewaltigt. Er wurde Anfang 2002 nach dem dritten Sexualverbrechen an einer 57-jährigen Gastwirtin festgenommen.
Das Gericht folgte mit seinem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Es sprach den Angeklagten wegen versuchten Mordes, der Vergewaltigung, der Körperverletzung, des schweren sexuellen Missbrauchs und der räuberischen Erpressung schuldig. Der 19-Jährige wurde trotz seiner Volljährigkeit nach dem Jugendstrafrecht verurteilt, das eine Höchststrafe von zehn Jahren vorsieht: Ein Gutachten hatte festgestellt, dass der aus schwierigen Verhältnissen stammende Angeklagte in seiner Reife stark zurückgeblieben ist.
Das Urteil ist rechtskräftig, alle Beteiligten verzichteten auf Rechtsmittel. Noch am Montag oder am Dienstag sollte K. in das Bezirkskrankenhaus Haar überstellt werden.