Verhungertes Kind: Prozessauftakt gegen die Mutter - DER SPIEGEL
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Verhungertes Kind Prozessauftakt gegen die Mutter

Das Verfahren um den kleinen verhungerten und verdursteten Dominic aus Leipzig hat vor dem Chemnitzer Landgericht begonnen. Die Mutter des Kindes muss sich wegen Totschlags durch Unterlassen verantworten.
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Chemnitz - Die Staatsanwaltschaft wirft der 21-jährigen Mutter vor, ihren zweijährigen Sohn allein gelassen zu haben. Das Kind sei dann auf Grund von Nahrungs- und Flüssigkeitsmangel gestorben. Die Anklagebehörde geht von Totschlag durch Unterlassen aus.

Zum Prozessauftakt schloss das Gericht die Öffentlichkeit zunächst aus. Die Jugendkammer des Chemnitzer Landgerichts begründete diesen Schritt mit den schutzwürdigen Interessen der Angeklagten. Die junge Frau müsse während ihrer Vernehmung zu ihrem Drogenkonsum und ihrer Arbeit im Prostituiertenmilieu befragt werden, sagte der Vorsitzende Richter. Danach solle die Öffentlichkeit wieder zugelassen werden.

Die Leiche des Jungen war im Juli in einer verwahrlosten Wohnung in Leipzig-Stötteritz gefunden worden, als eine Gerichtsvollzieherin wegen einer Räumungsklage an der Tür klingelte. Die Jugendkammer muss unter anderem klären, inwiefern die drogenabhängige Prostituierte voll schuldfähig ist. Ihr drohen bis zu 15 Jahre Haft.

Am 19. Juli war Dominic in einem himmelblauen Kindersarg auf einem Leipziger Friedhof beigesetzt worden. Während die Mutter in Untersuchungshaft einsaß, durfte der Vater, wegen Diebstahls ebenfalls im Gefängnis, der Beerdigung beiwohnen - in Handschellen an einen Wachmann gekettet. Der Pfarrer sagte erschüttert: "So etwas Trauriges habe ich meinen 32 Berufsjahren noch nie erlebt."