Verkehrschaos Winterstürme sorgen für Reisechaos in USA und Kanada
Chicago - In den Rocky Mountains starben zwei Männer durch Lawinen, in Wisconsin kamen eine Frau und ihr sieben Monate altes Baby durch einen Unfall auf eisglatter Fahrbahn ums Leben. In mehreren Teilen der USA fiel erneut der Strom aus. Die Sturm- und Eiswarnungen des Wetterdienstes halten an.
Wegen abgesagter Flüge saßen hunderte Passagiere auf Flughäfen fest. "Die Fluggesellschaften haben es nur mit unglücklichen Kunden zu tun", sagte Mike Conway, ein Sprecher des Flughafens von Detroit. Auf dem O'Hare-Flughafen von Chicago wurden am Mittwoch noch mehr als hundert Flüge gestrichen, nach mehr als 500 am Dienstag.
Eine Maschine der American Airlines geriet auf O'Hare beim Einbiegen auf eine Rollbahn auf eine Eisfläche und schlitterte seitlich ins Gras. Verletzt wurde niemand.
Die Flughäfen in New York meldeten Verspätungen bis zu drei Stunden bei Landungen. Auch auf den Flughäfen von Toronto, Montreal und Vancouver in Kanada kam es zu Verspätungen.
Air Canada sagte wegen des ungewöhnlichen Wintereinbruchs in Vancouver dort für Mittwoch und Donnerstag alle Kurz- und Mittelstreckenverbindungen ab. In den USA galten Sturm- und Eiswarnungen des Wetterdienstes für weite Teile des Westens sowie Teile des Mittleren Westens und des Nordostens.
Die Lage auf den Straßen verbesserte sich leicht. Landesweit wurden insgesamt mehr als 30 Verkehrstote auf die Serie von Eis- und Schneestürmen in den vergangenen Tagen zurückgeführt.
In Seattle mussten 18 Passagiere und sieben Besatzungsmitglieder einer Maschine der Alaska Airlines ärztlich behandelt werden, nachdem beim Enteisen ein Teil der Chemikalie versehentlich in das Lüftungssystem geraten war. Der US-Automobilclub rechnet für die diesjährige Feriensaison mit rund 64 Millionen Reisenden. Für die nächsten Tage sagte der Wetterdienst für den Nordwesten des Landes weitere schwere Schneestürme voraus.
Air Canada strich am Mittwoch alle Kurz- und Mittelstreckenflüge von und nach Vancouver. Dort fielen erneut zehn Zentimeter Neuschnee. Erstmals seit 1971 sagten die kanadischen Meteorologen weiße Weihnacht für das ganze Land vorher.
Kanada: Frau drei Tage lang unter Schneemassen begraben
Eine Kanadierin, die drei Tage lang unter Schneemassen begraben und dann wie durch ein Wunder gerettet worden war, hat wohlbehalten im Kreise ihrer Familie Weihnachten gefeiert. Die 55-jährige Donna Molnar wurde am vergangenen Freitag während einer Autofahrt von einem schweren Schneesturm überrascht und blieb drei Tage unter den Schneemassen gefangen, bis ein Rettungshelfer und ein Spürhund sie endlich auf einem Feld entdeckten.
Schwer unterkühlt wurde sie in ein Krankenhaus in Hamilton in der Provinz Ontario eingeliefert, wo sie sich nun weiter erholt. "Es ist ein großartiges Weihnachtsgeschenk", sagte ihr Ehemann David Molnar dem Sender CBC. Während der Abwesenheit seiner Frau habe er gelernt, was Verzweiflung bedeute.
Dem Ehemann zufolge wollte die 55-Jährige nur ein paar Backzutaten einkaufen, als sie am vergangenen Freitag mit ihrem Auto losfuhr und nicht zurückkehrte. Der Mann rief die Polizei, aber erst 72 Stunden später wurde Donna Molnar unter 60 Zentimeter Schnee auf einem Feld gefunden, in das sie offenbar orientierungslos hineingelaufen war. Ihrem Mann zufolge verbesserte sich ihr Gesundheitszustand inzwischen von "kritisch" in "ernst". Sie bekomme noch Beruhigungsmittel, diese würden jedoch schrittweise abgesetzt.
Junge Frau bringt im Schnee Zwillinge zur Welt
In der kanadischen Grenzstadt Windsor hat eine 27 Jahre alte Frau im Schneeregen auf der Straße Zwillinge zu Welt gebracht. Zwei Polizisten mussten als Geburtshelfer assistieren. Eines der Frühchen ist in kritischem Zustand, berichtete die Zeitung "The Windsor Star" auf ihrer Internet-Seite.
Die beiden Polizisten dachten bei ihrer nächtlichen Routinerunde zunächst, sie seien Zeugen eines Verbrechens, als die Frau blutend und laut schreiend auf sie zulief. Doch die 27-Jährige zog ihren Pullover hoch und zeigte ein Neugeborenes, das sie sich dicht an den Leib hielt. Wenige Minuten später brachte sie im Stehen ein zweites Kind zur Welt. Kurz darauf erschien auch der Vater auf der Bildfläche, ebenfalls laut schreiend.
"Unsere Beamten haben regelmäßig mit tragischen Umständen zu tun, aber das war extrem ungewöhnlich, traumatisch", sagte Polizeivize Jerome Brannagan. Ein Krankenwagen brachte die Frau und die nur drei und vier Pfund schweren Zwillinge ins Krankenhaus. Sie kamen auf die Frühgeborenenstation. Warum die Frau zum Zeitpunkt der Geburt auf der Straße herumlief, wird noch geklärt. Ein älteres Kind hatte sie abgeben müssen, weil sie nicht selbst dafür sorgen konnte.