Vermisst Keine Spur von Adelina und Julia
Biebertal/Bremen - In der Umgebung von Biebertal bei Gießen suchten Polizisten in Erdhöhlen und Bunkern nach Hinweisen auf Julia, die seit Freitag vermisst wird. Die Suche konzentriere sich auf das Waldgebiet rund um Biebertal, berichtete der Gießener Polizeisprecher Gerald Frost.
Ortskundige führten Polizisten zu Höhlen und Bunkern. Außerdem werde noch einmal die Umgebung des Spielplatzes durchsucht, wo Julia verschwunden sei. Die Befragung der Anwohner gehe weiter. Insgesamt seien 350 Mann - 300 Polizeibeamte und 50 Feuerwehrleute - im Einsatz. Vorsichtshalber würden auch der Polizei bekannte Sexualstraftäter überprüft.
Die Polizei richtete eine Sonderkommission "Julia" mit 14 Beamten ein. Diese sollte den rund 250 Hinweisen aus der Bevölkerung nachgehen. Darunter sei aber keine heiße Spur, betonte Frost. Auch die beiden Fahrzeugen, nach denen in dem Fall gesucht werde, habe man nicht gefunden. Es handelt sich um einen schwarzen Mercedes und einen weißen Pkw Kombi.
Julias Eltern, die psychologisch betreut werden, hatten sich am Sonntag in einem verzweifelten Appell an die möglichen Entführer gewandt. "Gib uns bitte Julia zurück", flehte der Vater der Achtjährigen. Das Mädchen ist das einzige Kind der Lehrerfamilie.
Ermittlungen im familiären Umfeld
In Bremen gab das Verschwinden Adelinas der Polizei weiter Rätsel auf. Inzwischen seien rund 100 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen, sagte ein Sprecher. Eine erkennbar heiße Spur sei aber nicht darunter. Adelina wird seit Donnerstag vermisst.
Erneut verteilten Polizisten in der Nachbarschaft der Zehnjährigen im Stadtteil Kattenturm Fahndungsflugblätter und befragten Anwohner. Außerdem setzten sie die Durchsuchung der Großwohnanlage fort, in der das Mädchen zuletzt gesehen worden war. Inzwischen hätten die Beamten fast alle Wohnungen in dem gewaltigen Block gesehen, sagte der Sprecher. Ein Schwerpunkt der Ermittlungen liege auch auf dem familiären Umfeld.
Das Mädchen hatte seinen Urgroßvater besucht, um von ihm Lebensmittel für die an Grippe erkrankte Mutter abzuholen. Es gibt keine Zeugen dafür, dass das Kind den Wohnkomplex lebend verlassen hat. Adelina ist das Kind aus Russland stammender Deutscher und wohnt seit drei Jahren mit der Mutter in der Bundesrepublik. Ihr leiblicher Vater lebt in Russland; die Polizei versuchte bisher vergeblich, Kontakt zu ihm aufzunehmen.